Nationale Ehrung in Berlin Osnabrücker ist der beste Medientechnologe Deutschlands

Von Raphael Steffen

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Eugen Pazer aus dem Druckzentrum Osnabrück ist Bundesbester in seinem Ausbildungsberuf zum Medientechnologen. Foto: Michael GründelEugen Pazer aus dem Druckzentrum Osnabrück ist Bundesbester in seinem Ausbildungsberuf zum Medientechnologen. Foto: Michael Gründel

rast Osnabrück. Eugen Pazer steht vor den riesigen Druckmaschinen, die er Tag für Tag bedient, und weiß genau, wo gleich die nächste Ausgabe der NOZ rauskommen wird. Der 28-Jährige arbeitet im Druckzentrum der NOZ Medien und hat seine Ausbildung als Bundesbester abgeschlossen.

Pazer ist damit einer von nur 13 Azubis aus Niedersachsen und etwa 200 ganz Deutschland, die am kommenden Montag bei der Nationalen Bestenehrung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags ausgezeichnet werden. Als Medientechnologe Druck schaffte er in seiner Abschlussprüfung 95 von 100 Punkten.

Aus dem Alltag eines Druckers

Was macht man als Medientechnologe Druck? „Hauptsächlich drucken“, sagt Pazer und lacht. Leichter gesagt als getan. Dafür braucht es mehr als ein paar Klicks am Computerbildschirm und hin und wieder die Tinte auswechseln. „Wir begleiten die Produktion, bedienen die Maschinen, machen ständige Qualitätskontrollen“, beschreibt Pazer seine Arbeit. Aufträge einrichten, die Farbe einstellen, das alles bei manchmal schwierigen Arbeitsbedingungen, etwa direkt neben der 80 Dezibel lauten Maschine. Außerdem fallen viele Wartungs- und Ausbesserungsarbeiten an.

Tagsüber drucken Pazer und seine Kollegen vor allem Sonderbeilagen oder Anzeigenblätter. Während der Nachtschicht dreht sich alles um die nächste Ausgabe der Tageszeitung. Ein Exemplar braucht 128 Druckplatten. Pazer holt sie aus dem Belichtungsraum, sortiert sie in die passenden Kassetten, setzt die Maschinerie in Gang. Riesige Papierbahnen laufen zusammen, werden bedruckt, geschnitten und gefaltet. Für jede Lokalausgabe müssen Platten ausgetauscht oder anders gereiht werden.

Der Zeitdruck ist enorm

„Manchmal wartet man nur noch auf die letzte Seite, um endlich anfangen zu können“, erzählt Pazer. Ein unvorhergesehenes Ereignis, das Elfmeterschießen nach dem alles entscheidenden Fußballspiel – immer wieder kommt es vor, dass sich der Druck verzögert. Dann drängt die Zeit. Erst recht, wenn plötzlich irgendein Fehler entdeckt wird. Schlimmstenfalls muss die ganze Produktion angehalten und neu angelaufen werden. Verzögert sich der Druck, bekommt der Versand Probleme, stehen die Zusteller auf glühenden Kohlen, wartet der Kunde auf seine Zeitung. Alles ist eng getaktet. Im Druckzentrum an der Weißen Breite entstehen auch „Ems-Zeitung“ oder das „Delmenhorster Kreisblatt“. Je weiter entfernt, desto größer ist der Zeitdruck.

Auf die große Ehrung der Bundesbesten im Berliner Maritim-Hotel mit Moderatorin Barbara Schöneberger und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier freut Pazer sich schon. Geschäftsführer Jens Masur wird ihn begleiten, außerdem Brigitte Mansfeld („meine Ansprechperson in der Ausbildung“, so Pazer) und sein Fachlehrer Helmut Schmitz. „Ich habe ihm viel zu verdanken.“

Den Meister schon im Blick

Die gewaltigen Maschinen im Druckzentrum der NOZ Medien schaffen bis zu 90 000 Exemplare in der Stunde. Pazer hält sie am Laufen. Foto: Michael Gründel

Eugen Pazer macht sich übrigens keine Sorge, dass in Zeiten des Internets der Printjournalismus stirbt. „Ich glaube nicht, dass die Zeitung aussterben wird. Es gibt zu viele Leute, die Wert darauf legen, ein Stück Papier in den Händen zu halten.“ Beruflich ist mit der bundesbesten Ausbildung noch nicht Schluss. „Ich werde mich auf jeden Fall weiterbilden und den Meister machen“, verkündet Pazer selbstbewusst.


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