NOZ-Monatsrückblick Vonovia, Klinikum und Eiszauber – der November in Osnabrück

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Osnabrück. Kalt ist der November 2018 in Osnabrück. Die Vonovia erhöht nach Modernisierungen eiskalt die Mieten, dem Eiszauber droht das Aus und AfD-Mitglieder werden frostig empfangen. Mehr zu diesen Themen und zu einem beeindruckenden Zeichen menschlicher Wärme in unserem Monatsrückblick.

Das eisige Verhältnis zwischen der Vonovia und ihren Mietern beherrscht die Schlagzeilen im November 2018. Osnabrücks größter Wohnungsvermieter erhöht nach der Sanierung seiner Mehrfamilienhäuser in der Dodesheide die Mieten um fast 50 Prozent. Im Stadtteil Schinkel verlangt Vonovia für eine Wohnung einen Quadratmeterpreis von 10,50 Euro. Einige der sozial schwachen Bewohner werden die neuen Mieten nicht mehr bezahlen können, ihnen droht der Verlust ihrer Wohnung. Politiker aller Parteien und Wohlfahrtsverbände zeigen sich empört über „das skandalöse Geschäftsgebaren der Vonovia“ (Franz Loth, Caritasdirektor). Robert Seidler, stellvertretender FDP-Fraktionschef, sieht den „Tatbestand des Wuchers erfüllt“.

Einen frostigen Empfang bereiten die Osnabrücker den AfD-Mitgliedern, die sich im Heinz-Fitschen-Haus in Schinkel zu ihrem Kreisparteitag treffen. Den 20 bis 30 AfD-Anhängern stehen mehrere hundert Demonstranten gegenüber. Ihr Protest richtet sich sowohl gegen die migrationskritische Partei als auch gegen die Stadtverwaltung. Diese hatte der AfD ausgerechnet das Familienzentrum Heinz-Fitschen-Haus, in dem die Integration von Zuwanderern gefördert wird, als Veranstaltungsort zugewiesen. Auf dem Parteitag wird Florian Meyer aus dem Landkreis zum neuen Kreisvorsitzenden gewählt.

Auch das Verhältnis zwischen den Veranstaltern des Eiszaubers auf dem Ledenhof und der Verwaltung ist unterkühlt – und das liegt nicht an der kalten Kunsteisbahn. Die Initiatoren der Wintersport-Veranstaltung haben in der Fußgängerzone auf dem Ledenhof zwei Autos von Sponsoren aufgestellt, was nicht erlaubt ist. Stadtbaurat Frank Otte fordert die Schausteller deshalb auf, die Fahrzeuge zu entfernen. Dieser Forderung wollen die Veranstalter aber nicht nachkommen, da sie auf die Einnahmen aus der Werbung angewiesen seien. Sie drohen mit dem sofortigen Aus des Eiszaubers. Daraufhin greift Oberbürgermeister Wolfgang Griesert ein und sichert das Schlittschuhvergnügen für diesen Winter. Er kündigt an, dass die Werbeautos bis zum Ende der Veranstaltung geduldet werden und für künftige Ereignisse eine pragmatische Lösung gefunden werden soll.

Aus kühlen Konkurrenten werden Partner: Das Klinikum Osnabrück und die Paracelsus-Klinik kündigen ihre Fusion an. Dazu soll eine neue Gesellschaft gegründet werden, an der beide Krankenhäuser je zur Hälfte beteiligt sind. In diese neue Gesellschaft werden die Paracelsus-Klinik an der Sedanstraße und das Klinikum am Finkenhügel eingebracht. Der Stammsitz der Paracelsus-Gruppe soll zu einer Spezialklinik für Gelenk- und Wirbelsäulenmedizin sowie Sportmedizin ausgebaut werden. Die Neurochirurgie wird nach den Plänen an den Finkenhügel verlegt, wo auch die Krebsbehandlung und die Urologie konzentriert werden sollen.

Es gibt auch einen Lichtblick im trüben und kalten November. Nach einem Bericht über eine 18-jährige Frau, die nach einer Vergewaltigung unter den Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet, spenden Leser innerhalb von zwei Tagen 30.000 Euro. Mit diesem Geld ist es ihr möglich, eine Intensiv-Traumatherapie zu beginnen, deren Kosten die Krankenkasse nur zum Teil tragen will.

Rund um Osnabrück

In Georgsmarienhütte sorgen Straßenbauprojekte für einige Überraschungen. Völlig unerwartet gibt es im Rat eine Mehrheit für die Verschwenkung der Landesstraße L95 in Kloster Oesede. Die SPD/FDP-Gruppe setzt sich mit ihrem Antrag durch, die Straße im Zuge der geplanten Fahrbahnsanierung zu verschwenken, damit die Dienstleister im Bereich der Klosteraner Postagentur weiter direkt erreichbar sind.

Die Brücken in der Hüttenstadt haben ein Stahlproblem. Der verbaute Spannstahl, der Sigma-Stahl, neigt zur Spannungskorrosion. Damit ist die Tragfähigkeit der Brücken nicht gewährleistet. Bei der Oeseder B51-Talbrücke war das Problem bekannt. Sie wird ab 2021 erneuert. Bei Überprüfungen stellt sich jetzt heraus, dass auch die B68-Brücke über die Harderberger Schulstraße betroffen ist. Sie muss noch vor der Talbrücke erneuert werden. Deshalb wird Georgsmarienhütte ab 2020 für vier Jahre zur Brücken-Großbaustelle. Während der Bauphase soll der Lkw-Verkehr über den Kreisel an der Brüsseler Straße in Harderberg und die Niedersachsenstraße umgeleitet werden. Beide Straßen sind dafür nicht ausgelegt. Sie müssen noch 2019 umgebaut und erneuert werden.

In Bissendorf ist die Sanierung der Mindener Straße zwischen Osnabrück und Wissingen fast abgeschlossen. In den letzten Monaten wurde die Straßenoberfläche neu gestaltet und ein Sonderstreifen für Fußgänger und Radfahrer angelegt. Den Bau eines getrennten Radweges hatte das Land abgelehnt.

Auch in Bad Laer ist eine wichtige Straße wieder frei. Nach sechsmonatiger Bauzeit ist die Sanierung der Ortsdurchfahrt Remsede/K338 abgeschlossen. Außer der Fahrbahn wurden auch die Gehwege und der Regenwasserkanal erneuert sowie neue Versorgungsleitungen verlegt.

Anfang Februar 2018 wurde der Orientladen in Westerkappeln bei einem Brand schwer beschädigt. Die Ermittlungen der Polizei ergaben schnell, dass es sich um Brandstiftung handeln musste. Wenige Tage später wurden sieben Tatverdächtige festgenommen, darunter der Ladenbesitzer und sein Bruder. Jetzt fällt das Landgericht Münster sein Urteil. Der 27- jährige Ladeninhaber wird wegen besonders schwerer Brandstiftung zu sieben Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Sein ein Jahr jüngerer Bruder erhält wegen Beihilfe eine viereinhalbjährige Haftstrafe.


Hier fassen wir jeweils zum Ende eines Monats die wichtigsten Themen der vorangegangenen Wochen in Kurzform zusammen. Ähnlich wie in den beliebten Jahresrückblicken der Zeitung können Sie hier alles Wissenswerte des Monats aus Osnabrück und Umgebung Revue passieren lassen. Hyperlinks im Text führen Sie bequem zu vorheriger Berichterstattung.

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