Oldenburger Gericht entscheidet Osnabrücker Eheleute streiten sich nach Trennung um Hund

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Das OLG Oldenburg vertritt im konkreten Fall die Ansicht, dass der gemeinsame Hund (nicht der abgebildete) beim Mann zu bleiben habe. Symbolfoto: dpa/Julian StratenschulteDas OLG Oldenburg vertritt im konkreten Fall die Ansicht, dass der gemeinsame Hund (nicht der abgebildete) beim Mann zu bleiben habe. Symbolfoto: dpa/Julian Stratenschulte

Osnabrück/Oldenburg. Trennt sich ein Ehepaar, müssen die gemeinsamen Güter aufgeteilt werden. Im Zweifelsfall muss das Familiengericht entscheiden. Und der gemeinsame Hund? Über einen solchen Fall musste nun das Oberlandesgericht Oldenburg entscheiden.

Eheleute aus Osnabrück hatten sich im Juni 2013 den gemeinsamen Hund Dina zugelegt. Anfang 2016 trennte sich das Paar. Die Frau zog nach Schleswig-Holstein, Dina blieb beim Ehemann in Osnabrück.

In diesem Jahr wollte dann die Frau das „Sorgerecht“ für den Hund erstreiten und vor Gericht ziehen. Hierzu fragte sie an, ob sie Verfahrenskostenhilfe beanspruchen könne. Das setzt aber eine Aussicht auf Erfolg voraus. Der 11. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Oldenburg bescheinigte der Frau hingegen keine Aussicht auf Erfolg, teilte das Gericht am Donnerstag mit.

Frage der Hauptbezugsperson

Das OLG entschied zugunsten des Mannes – und des Hundes. Denn grundsätzlich sei ein Hund nach einer Trennung zwar als „Hausrat“ zu bewerten, der nach den Grundsätzen der Billigkeit (§ 1361a BGB) zu verteilen ist. Dennoch sei ein Hund nun mal ein Lebewesen, daher müsse auch der Tierschutz berücksichtigt werden. Kurzum: Der Hund müsse bei der Hauptbezugsperson bleiben, die ihn überwiegend versorgt, gepflegt und beschäftigt habe, damit das Tiere nicht leide.

§ 1361a BGB: Verteilung der Haushaltsgegenstände bei Getrenntleben

(1) Leben die Ehegatten getrennt, so kann jeder von ihnen die ihm gehörenden Haushaltsgegenstände von dem anderen Ehegatten herausverlangen. Er ist jedoch verpflichtet, sie dem anderen Ehegatten zum Gebrauch zu überlassen, soweit dieser sie zur Führung eines abgesonderten Haushalts benötigt und die Überlassung nach den Umständen des Falles der Billigkeit entspricht.
(2) Haushaltsgegenstände, die den Ehegatten gemeinsam gehören, werden zwischen ihnen nach den Grundsätzen der Billigkeit verteilt.
(3) Können sich die Ehegatten nicht einigen, so entscheidet das zuständige Gericht. Dieses kann eine angemessene Vergütung für die Benutzung der Haushaltsgegenstände festsetzen.
(4) Die Eigentumsverhältnisse bleiben unberührt, sofern die Ehegatten nichts anderes vereinbaren.

Herausgabe widerspreche dem Tierwohl

Im konkreten Fall sei das eindeutig der Ehemann. Dina lebe seit nunmehr zweieinhalb Jahren bei ihm, er sei die Hauptbezugsperson. Daher sei es unerheblich, wer sich in der gemeinsamen Zeit besonders um den Hund gekümmert habe. Eine Trennung von Hund und Mann widerspreche dem Wohl des Hundes, zumal es keine Hinweise darauf gebe, dass es Dina bei dem Mann nicht gut gehe. „Die Ehefrau könne Dina daher nicht herausverlangen“, resümierte das Gericht (Az. 11 WF 141/18).


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