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30.11.2018, 07:00 Uhr MAIWOCHE

Aus für das Maidorf in Osnabrück: Warum ducken sich alle weg?

Von Wilfried Hinrichs


Der wichtigste Anker auf der Maiwoche: das Maidorf. Foto: Michael GründelDer wichtigste Anker auf der Maiwoche: das Maidorf. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Das alte Maidorf, entstanden aus dem Mut und der Tatkraft eines Unternehmers, war der wichtigste Anker auf der Maiwoche. Schade, dass wir in der Vergangenheitsform über diesen ungewöhnlichen Partytempel reden müssen, der dem Straßenfest ein Alleinstellungsmerkmal gab.

Das Maidorf ist an der Hartnäckigkeit der Baubehörde gescheitert. Doch der eigentliche Grund liegt viel, viel tiefer: in der Sicherheitshysterie unserer modernen Gesellschaft und im überbordenden Hang, einen Schuldigen für selbst erlittenes Unglück zu suchen.

Die Love-Parade in Duisburg stellt in dieser Hinsicht einen Einschnitt dar. Behördenmitarbeiter, die mit Großveranstaltungen zu tun haben, müssen befürchten, dass sie vor Gericht gestellt werden, sollten ihnen im Katastrophenfall auch nur der kleinste Fehler nachgewiesen werden. 

In diesem Klima lernen Führungskräfte heute vor allem, sich nach allen Seiten abzusichern. Sie lernen nicht, mutig Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Den Behördenmitarbeitern ist kein Vorwurf zu machen. Den Rücken gerade machen müsste der, der sich bei den Wählern um die Übernahme politischer Verantwortung beworben hat: der Oberbürgermeister.


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