Maiwoche verliert Attraktion Das große Maidorf wird es nicht mehr geben – vorerst zumindest

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Foto: Moritz FrankenbergFoto: Moritz Frankenberg

Osnabrück. Ende und Aus: Auch 2019 wird es auf der Maiwoche kein Maidorf geben. Das Bauamt der Stadt sieht keine Chance, auf Grundlage der geltenden Gesetze den Eigenbau zu genehmigen. Das Maidorf wird eingemottet – um es vielleicht doch eines Tages wieder aufzubauen?

Der Fachbereich Städtebau hat den Verwaltungsausschuss in der vergangenen Woche auf den letzten Stand in Sachen Maidorf gebracht. Und der ist: Unter den derzeitigen Bedingungen ist die selbst gebaute Partyburg nicht genehmigungsfähig. Im Rathaus geht man davon aus, dass es 2019 erneut nur ein Mini-Maidorf wie während der Maiwoche 2018 geben wird.

Frederik Heede bestätigt das. Es habe nach der jüngsten Maiwoche ein Gespräch mit der Bauverwaltung und weiteren Fachleuten gegeben – ohne Lösungsansatz, ohne Annäherung. „Wir drehen uns im Kreis“, sagte Heede im Gespräch mit unserer Redaktion. Er habe der Verwaltung „alles auf den Tisch gelegt“. Wenn man im Rathaus wirklich wollte, so Heede, würde es für das Maidorf auch eine Lösung geben.


Frederik Heede beim Aufbau des kleinen Maidorfs 2018. Foto: Jens Lintel


14 Jahre gab es das Maidorf, das sich aus bescheidenen Anfängen zum Hauptanziehungspunkt des Stadtfestes entwickelt hatte. Anfang 2018 teilte Stadtbaurat Frank Otte der verblüfften Öffentlichkeit in einer Pressekonferenz mit, dass er den Eigenbau nicht erneut genehmigen könne. Es fehle die rechtliche Grundlage. Ohne Baubuch, in dem alle Details des Eigenbaus aufgezeichnet sind, und ohne Segen des Tüv gehe nichts. 

Der Tüv Nord prüfte und schob die Verantwortung an die übergeordnete Stelle, das Umweltministerium in Hannover, weiter, das sich ebenfalls aus der Affäre zog und den Schwarzen Peter an die Stadt zurückgab.

Fliegender Bau

Das Maidorf könnte prinzipiell als sogenannter fliegender Bau eingestuft und von der Stadt für den Gebrauch zugelassen werden. Als fliegende Bauten gelten zum Beispiel Großfahrgeschäfte auf Jahrmärkten. Das Problem im Fall Maidorf ist: Auch für fliegende Bauten gelten Abstandsvorschriften zu Nachbargebäuden. Wenn die nicht eingehalten werden können, wie beim Maidorf der Fall, müssen gesondert Brandschutzwände eingezogen werden. Das Maidorf müsste also mit Wänden von der Stadtbibliothek abgetrennt werden. Das sei nicht zu bezahlen, meint ein Brandschutzverständiger. Eine andere Möglichkeit wäre, Abtrennungen an der Stadtbibliothek anzubringen. Doch die steht unter Denkmalschutz.

Schwierige Fluchtwege

Das zweite Problem sind die Fluchtwege. Die Hauptfluchtrichtung aus dem Maidorf ist Richtung Markt. Es müsse sichergestellt sein, dass die Menschen im Notfall ungehindert weiter Richtung Bierstraße flüchten könnten. Das sicherzustellen habe sich in den vergangenen Jahren als schwierig herausgestellt, teilte das Bauamt den Politikern im Verwaltungsausschuss mit. Die Verwaltung kommt zu dem Schluss, dass eine „Gebrauchsabnahme“ durch die Bauaufsicht unter den derzeitigen Bedingungen nicht möglich wäre.

Der Verlust des großen Maidorfes hat aus Sicht der Sicherheitsexperten aber auch einen Vorteil: Sollte es auf dem Markt zu einer Panik kommen, könnten sich die Menschen auf dem Platz des Westfälischen Friedens in Sicherheit bringen. Der Innenhof der Stadtbibliothek stünde als „zusätzliche Abströmfläche“ zur Verfügung. Das kleine Maidorf stünde dabei nicht im Weg.

Das kleine Maidorf lockte 2018 mit Biergarten Atmosphäre. Foto: André Havergo


Frederik Heede wird in der kommenden Maiwoche (10. bis 19. Mai 2019) wieder das kleine Maidorf mit Getränke- und Genussbuden unter freiem Himmel aufbauen. Das ist wirtschaftlich für ihn ein Wagnis angesichts von Fixkosten im mittleren fünfstelligen Bereich. „Ich muss den Platz bespielen, um ihn nicht zu verlieren“, sagt Heede.

Denn so ganz hat er die Hoffnung nicht aufgegeben, in ein paar Jahren doch noch das alte Maidorf wieder aufbauen zu können.


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