Bis zu 22 Stunden täglich Sechs Tage fast durchgearbeitet: Lkw-Fahrer auf A1 bei Osnabrück gestoppt

Von Jörg Sanders und PM

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Symbolfoto: dpa/Sebastian GollnowSymbolfoto: dpa/Sebastian Gollnow

Osnabrück. Die Autobahnpolizei Osnabrück und Beamte des Bundesamts für Güterverkehr haben vergangenen Donnerstag einen Lkw-Fahrer gestoppt, der in den vergangenen Tagen zwischen 18 und 22 Stunden gearbeitet hatte. Die Weiterfahrt wurde ihm vorerst untersagt, zudem musste er eine hohe Sicherheitsleistung hinterlegen.

Bei der Kontrolle des Sattelzugs aus Italien überprüften die Beamten die digitalen Daten des Fahrtenschreibers. Sie stellten fest, dass der Lkw-Fahrer im Besitz einer fremden, nicht auf ihn ausgestellten Fahrerkarte war. Außerdem fanden die Beamten heraus, dass der Italiener neben der eigenen und der fremden Fahrerkarte den Lkw zeitweise auch ganz ohne Fahrerkarte gelenkt hatte.

Schlussendlich stellte sich heraus, dass der Mann in den vergangenen Tagen zwischen 18 und 22 Stunden pro Tag gearbeitet hatte. „Da blieb nur wenig Zeit zum Ausruhen...!“, teilte die Polizei an diesem Donnerstag mit. Das waren aber nicht allesamt Lenkzeiten: In die Arbeitstage flossen etwa auch Verladezeiten ein, sagte Polizeisprecher Frank Oevermann. 22 Stunden am Stück habe er wohl nicht am Steuer gesessen.

3600 Euro Sicherheitsleistung

Die Polizei leitete ein Strafverfahren gegen den Lkw-Fahrer. Zudem musste der Mann eine Sicherheitsleistung in Höhe von 3600 Euro leisten. Die muss er erst einmal selbst tragen, nicht sein Chef. „Das ist erst einmal ein Fahrerverstoß“, erklärt Oevermann. Selbst wenn der Fahrer viel Druck von seinem Chef erhalten habe, habe der ihn schließlich nicht "an den Lenker gebunden".

Nach der Kontrolle hatte der Fahrer Zeit zum Ausruhen, wenngleich nicht freiwillig: Die Polizei untersagte dem Fahrer die Weiterfahrt für elf Stunden, „so dass der Fahrer nach sechs Tagen durchgehender Arbeit nun wenigstens eine ordnungsgemäße Ruhezeit durchführen konnte“, teilte die Polizei mit.


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