Online-Verfahren läuft an Kita-Anmeldung: Elterninitiativen setzen auf persönliches Gespräch

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Symbolfoto: dpa/Christian CharisiusSymbolfoto: dpa/Christian Charisius

Osnabrück. Der Dachverband der Elterninitiativen (Deos) in Osnabrück hält an seiner Kritik am Kita-Anmeldeverfahren im Internet fest. Am Anfang müsse das persönliche Gespräch zwischen Eltern und Kita-Leitung stehen, sagt Deos-Sprecherin Julia Meyer.

Die Stadt hat Mitte November die Online-Kita-Anmeldung scharf geschaltet. Eltern können über die Homepage der Stadt ihren Wunschkindergarten und drei weitere mit absteigender Priorität angeben. Falls der erste Betreuungswunsch nicht erfüllt werden kann, geht die Anfrage automatisch an die weiteren ausgewählten Kindergärten. Die Stadt sammelt die Anfragen, die Entscheidung über die Plätze treffen die Einrichtungen in Eigenverantwortung.

Und genau da sieht der Dachverband der Elterninitiativen den eigentlichen Ansatzpunkt. Der erste Schritt müsse das Beratungsgespräch in der jeweiligen Einrichtung sein. "Die Eltern entscheiden, wo ihr Kind am besten aufgehoben ist", sagt Thomas Strzalka, Mitglied des Deos-Vorstandes. Im Gespräch mit den Kita-Leitungen könnten Eltern genau klären, ob das Angebot der Kita zu den spezifischen Bedürfnissen der Familie passe. Seien sich Einrichtung und Eltern einig, gehe eine Meldung an die Stadt, die so den Überblick über Bedarf und freie Plätze behalte. Änderungswünsche, die wieder ein aufwendiges Bearbeitungsverfahren nach sich zögen, seien bei diesem Vorgehen eher selten, so Thomas Strzalka. 

"Wir verstehen ja, dass die Stadt Mehrfachanmeldungen vermeiden will", sagt Julia Meyer. Aber das Onlineverfahren habe zu viele  Nachteile. Es stelle das jeweilige Profil der Betreuungseinrichtungen nur sehr oberflächlich dar, sei nur in deutscher Sprache und erzeuge in den Einrichtungen zusätzliche Arbeit. Die Kita-Leiterinnen und -leiter müssten den Eltern das Verfahren erklären und parallel Listen mit Anmeldungen von Eltern führen, die sich trotz Onlinemeldung direkt an die Leitung wendeten. "Wir hoffen, dass das Verfahren noch mal überdacht wird, wenn die Erfahrungen ausgewertet worden sind", sagt Julia Meyer.

Acht der zehn Elterninitiativen, die dem Dachverband Deos angehören, nehmen am Onlineverfahren nicht teil. Eltern, die ihre Kinder dort anmelden wollen, müssen mit den jeweiligen Einrichtungen direkt Kontakt aufnehmen. 


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