Massive Tür aufgeflext Osnabrücker Feuerwehr warnt vor Lebensgefahr bei Einbrüchen in Bunkern

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Die Osnabrücker Feuerwehr warnt vor Einbrüchen in Luftschutzstollen. Unser Foto zeigt eine Eingangstür zu einem Bunker in Osnabrück. Foto: Bastian Vietz/Feuerwehr OsnabrückDie Osnabrücker Feuerwehr warnt vor Einbrüchen in Luftschutzstollen. Unser Foto zeigt eine Eingangstür zu einem Bunker in Osnabrück. Foto: Bastian Vietz/Feuerwehr Osnabrück

Osnabrück. Immer häufiger bekommen ehemalige Luftschutzanlagen in Osnabrück ungebetenen Besuch: Nach Angaben der Feuerwehr mehren sich in den vergangenen Wochen Einbrüche oder Einbruchsversuche im Stadtgebiet. Die Eindringlinge setzen dabei ihr Leben aufs Spiel.

Mehrere Dutzend ehemalige öffentliche Luftschutzstollen befinden sich in Osnabrück, dazu kommen zahllose weitere Schutzräume in Privatgebäuden. Erstgenannte sind in der Regel für Besucher tabu – auch und vor allem weil ihr Betreten nicht ungefährlich ist. Regelmäßig kontrolliert die Osnabrücker Feuerwehr daher, ob die Zugänge zu den Anlagen verschlossen sind und ob sich Einbrecher an den oft massiven Türen zu schaffen gemacht haben.

Riskante Abenteuertour

Dass Unbekannte Luftschutzanlagen als Ziel einer riskanten Abenteuertour auswählen, kommt in den vergangenen Monaten in Osnabrück immer häufiger vor. Wo genau die Einbrecher zugeschlagen haben, will die Stadtverwaltung nicht preisgeben – um Trittbrettfahrern keine Anreize zu bieten. Betroffen sind jedoch mehrere Stadtteile. "Wir haben beobachtet, dass an Stellen eingebrochen wurde, die nicht so leicht einzusehen sind und an denen sich die Eindringliche daher sicher fühlen", sagt Bastian Vietz von der Osnabrücker Feuerwehr. In einem Fall sei eine massive Eingangstür sogar mit einer Flex aufgesägt worden.

Motive der Täter unklar

Mit welchen Motiven die Einbrecher handeln, ist unklar. Zu holen ist in den ehemaligen Schutzräumen jedenfalls nichts, wie Vietz betont. Möglicherweise kommen als Täter eher Gruppen in Frage, die es sich zum Hobby gemacht haben, verlassene Orte zu besuchen. Sie sind vor allem über soziale Medien organisiert. Doch weil noch kein Eindringling auf frischer Tat ertappt wurde, kann Vietz auch dies nicht bestätigen.

Jeder Winkel muss abgesucht werden

An den bei den Einbrechern "beliebten" Orten werde die Feuerwehr wohl künftig öfter kontrollieren müssen, kündigt Vietz an. Das sei besonders deswegen ärgerlich, weil bei einem Einbruchsverdacht Einsatzkräfte mit Atemschutzmasken jeden Winkel der Stollen absuchen müssen, damit Eindringlinge in den verwinkelten Stollen nicht versehentlich eingeschlossen werden. "Das Betreten der Anlagen ist lebensgefährlich", betont Vietz. Hintergrund: Neben der Einsturzgefahr bestehe häufig auch Erstickungsgefahr durch fehlenden Sauerstoff. 

Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass jeder Aufbruch und jedes Betreten der Bunkeranlagen einen Hausfriedensbruch darstellt, der zur Anzeige gebracht und zivil- sowie strafrechtlich verfolgt werde. Personen, die auffällige Beobachtungen machen oder aufgebrochene Eingangstüren entdecken, werden gebeten, sich mit der nächsten Polizeidienststelle oder der Feuerwehr unter der Rufnummer 0541/323-1244 oder 0541/323-1273 in Verbindung zu setzen.


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