Ab Donnerstag neu im Kino "Der Grinch" - Kommerzielle Kommerzkritik

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Der griesgrämige Grinch hasst nicht nur Weihnachten, sondern natürlich auch den Weihnachtsmann. "Der Grinch". Ab Donnerstag, 25. November, neu im Kino. Foto: Illumination/Universal Pictures/dpaDer griesgrämige Grinch hasst nicht nur Weihnachten, sondern natürlich auch den Weihnachtsmann. "Der Grinch". Ab Donnerstag, 25. November, neu im Kino. Foto: Illumination/Universal Pictures/dpa

Osnabrück. Passend zum Fest der Liebe kehrt „Der Grinch“ zurück auf die große Leinwand. Noch nie wirkte der giftgrüne Griesgram so nett wie in diesem neuen Animationsabenteuer aus der „Ich – Einfach unverbesserlich“-Schmiede. Was eventuell auch an der deutschen Synchronstimme von Otto Waalkes liegen mag.

Nur noch vier Tage bis zum Heiligen Abend! Ganz Who-Ville, die Heimat aller Whos, ist auf Weihnachten eingestellt. Die Häuser werden dekoriert und letzte Wunschzettel an den Weihnachtsmann geschrieben. So auch von der kleinen Cindy-Lou, die diesmal einen ganz außergewöhnlichen Wunsch hat, den sie natürlich niemandem verraten darf.

Gar nicht begeistert von Weihnachten ist hingegen der giftgrüne Grinch. Seit Jahrzehnten grummelt der Griesgram in seiner abgelegenen Höhle vor sich hin und hasst das Fest wie die Pest. Aber es hilft nichts – er muss runter nach Who-Ville, um noch ein paar Einkäufe zu tätigen. Dabei trifft er zufällig auf Cindy-Lou, der er mit hinterhältiger, böser Absicht den Floh ins Ohr setzt, sie möge dem Weihnachtsmann doch bitteschön höchstpersönlich ihren Wunsch vortragen.

Während Cindy-Lou an einem Plan bastelt, wie sie den Weihnachtsmann abfangen kann, reift im Grinch die gemeine Idee, wie er den Bewohnern von Who-Ville die besinnlichen Tage ein für alle Male austreiben könne. Natürlich – indem er ihnen das Weihnachtsfest stiehlt!

Kommerzielle Kommerzkritik

Als Theodor Seuss Geisel alias Dr. Seuss im Jahre 1957 sein Kinderbuch „How the Grinch Stole Christmas“ veröffentlichte, wollte er damit in erster Linie die schon damals galoppierende Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes kritisieren. Obwohl sich an dieser Kritik bis zur aktuellen Neuverfilmung inhaltlich nichts geändert hat, entbehrt es doch nicht einer gewissen Ironie, dass der „Grinch“ dadurch selber zum Bestandteil der alljährlichen Kommerzialisierungswelle zum Fest der Liebe geworden ist.

So sorgte Jim Carrey vor 18 Jahren in der Realverfilmung von Ron Howard bereits für respektable Einspielergebnisse. Und auch der neue Animationsfilm aus der „Minions“- und „Ich – Einfach unverbesserlich“-Schmiede dürfte süßer die Kassenglocken kaum klingen lassen.

Detailverliebtes Animationsabenteuer

Weswegen der Film noch lange nicht schlecht ist. Ganz im Gegenteil. Den Animationsspezialisten und Regisseuren Scott Mosier und Yarrow Cheney gelingt nach dem Drehbuch von Michael LeSieur und Tommy Swerdlow ein verrücktes und detailverliebtes Animationsabenteuer, das wirklich für alle Allersstufen geeignet ist.

Dabei erlauben sie sich natürlich ein paar künstlerische Freiheiten, die der Grundaussage der Kinderbuchvorlage aber keinen Abbruch tun. Am auffälligsten erscheint hier, dass der Grinch weniger grimmig wirkt als in früheren Verfilmungen. Was aber nicht nur an der keckernden deutschen Synchronstimme von Otto Waalkes (im Original Benedict Cumberbatch) liegt. Sondern vor allen Dingen daran, dass hier nun die Charakterzeichnung des grünen Griesgrams von Anfang an deutlich milder ausfällt als in der Realverfilmung mit Carrey oder auch in Chuck Jones' legendärer TV-Animation aus dem Jahre 1966.

Nichtsdestotrotz überzeugt auch diese rasant inszenierte Neuverfilmung als gewitzter Animationsspaß mit Herz, Humor und simpler Botschaft.


Der Grinch

D 2018. R.: Scott Mosier, Yarrow Cheney. Deutsche Sprecher: Otto Waalkes, Xara Eich, Natascha Geisler, Michael Iwannek. Laufzeit: 89 Minuten. FSK: keine Altersbeschränkung. Cinema Arthouse, CineStar, Filmpassage.

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