Busfahren, Essen und Parken ohne Barriere Inklusiver Stadtplan für Osnabrück vorgestellt

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Mit dem Auto sind Rollstuhlfahrer grundsätzlich so mobil wie andere Bürger auch – aber sobald es ans Parken und Aussteigen geht, sind sie auf Informationen zur Barrierefreiheit angewiesen. Foto: Gert WestdörpMit dem Auto sind Rollstuhlfahrer grundsätzlich so mobil wie andere Bürger auch – aber sobald es ans Parken und Aussteigen geht, sind sie auf Informationen zur Barrierefreiheit angewiesen. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Für Rollstuhlfahrer, Blinde, Senioren und Kinderwagen-Schieber wird das Leben in Osnabrück leichter: Stadtrat Wolfgang Beckermann hat einen inklusiven Stadtplan vorgestellt. Dieser zeigt unter anderem barrierefreie Restaurants, Parkplätze und behindertengerechte öffentliche Toiletten.

"Menschen mit Behinderung stehen im Alltag vor einer Reihe von Unsicherheiten“, erzählte Petra Mathiske vom Behindertenforum. Sie sitzt selbst im Rollstuhl und frage sich oft: „Kann ich dort parken? Komme ich in das Gebäude? Gibt es einen Aufzug?“ Für viele dieser Fragen gibt es jetzt eine übersichtliche Antwort: Einen inklusiven Stadtplan. Er ist im Internet verfügbar. 

Auf dem Plan lassen sich verschiedene Elemente ein- und ausblenden: Barrierefreie Bushaltestellen, Restaurants, Sehenswürdigkeiten, Geschäfte und für gehandicapte Menschen geeignete WCs. Auch Behindertenparkplätze, Blindenleitlinien, Baustellen oder bauliche Elemente wie abgesenkte Bordsteine und Umlaufsperren, die den Weg verengen, sind im Plan vermerkt.

Hohe Bordsteine und Sperren sind nicht nur für Rollstuhlfahrer ein Hindernis, sondern zum Beispiel auch für Eltern mit Kinderwagen oder für Radfahrer. Der Plan kann somit von verschiedenen Gruppen genutzt werden. Auch für so manchen Touristen seien die Informationen zu Barrieren wichtig, sagte Stadtrat Wolfgang Beckermann. Über die Touristeninformation solle deshalb auf den Plan aufmerksam gemacht werden.

Dieser unterstützt auch Blinde, etwa mit der Anzeige von Blindenleitlinien. Aktuell fehle jedoch noch die technische Möglichkeit, damit Sehbehinderte den Plan auch selbst nutzen können. An einer Lösung werde bereits gearbeitet, versicherte Dirk Ohde vom Fachdienst Geodaten. Er ist für die technische Umsetzung des Plans verantwortlich. Weiteres ist in Arbeit. So wird der Plan bald Parkbänke zeigen, was für Senioren wichtig sei, wie Ohde erklärte. Für Gehörlose sei außerdem eine Anzeige für die Durchsagen der Bushaltestellen geplant, aber: „das ist noch Zukunftsmusik“.

Basierend auf dem bestehenden Stadtplan der Stadt Osnabrück hatte der Fachdienst Geodaten den inklusiven Plan entwickelt. Der Online-Plan funktioniert auf dem Laptop, ist jedoch für Smartphones optimiert, da diese unterwegs wichtige Helfer seien, so Ohde.

„Wir sehen das als lernenden Plan an“, sagte Helmut Pöppelmann von der Fachstelle Inklusion. Die städtische Fachstelle hatte die Erstellung des inklusiven Stadtplans angestoßen und dafür mit der AG Inklusion, der Fachstelle Geodaten und Vertretern des Behindertenforums zusammengearbeitet. Damit noch mehr Informationen im Plan zur Verfügung stehen, sei die Mithilfe aller Bürger gefragt: „Beteiligen Sie sich, weisen Sie uns darauf hin, wenn etwas fehlt“ appellierte Pöppelmann. Ziel sei es, den Plan stetig zu erweitern und aktualisieren, um Osnabrück möglichst inklusiv zu gestalten.


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