Künftig am Kinderhospital Osnabrücker Babyklappe muss verlegt werden

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Die Osnabrücker Babyklappe muss umziehen: Künftig wird sie nicht mehr in der Johannisstraße, sondern direkt am christlichen Kinderhospital (CKO) zu finden sein. Stellwände, die den Frauen eine Anonymität gewähren, werden in den nächsten Tagen installiert. Foto: Jörn MartensDie Osnabrücker Babyklappe muss umziehen: Künftig wird sie nicht mehr in der Johannisstraße, sondern direkt am christlichen Kinderhospital (CKO) zu finden sein. Stellwände, die den Frauen eine Anonymität gewähren, werden in den nächsten Tagen installiert. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Rund 17 Jahre nach ihrer Einrichtung in der Johannisstraße muss die Babyklappe in Osnabrück umziehen. Den Verantwortlichen wäre es zwar am liebsten, schwangere Frauen in Notlagen würden andere Angebote wie die vertrauliche oder die anonyme Geburt nutzen, dennoch wollen sie das Angebot einer Babyklappe aufrecht erhalten.

Bislang war die Babyklappe am Vorderhaus der St.-Johann-Behindertenhilfe in der Johannisstraße untergebracht. Acht Babys wurden hier seit 2001 anonym abgelegt. In dem Gebäude wird jedoch künftig ein Teil der St.-Elisabeth-Pflege untergebracht, nämlich der Bereich "junge Pflege"; die jungen Menschen werden natürlich auch den Garten nutzen, den Frauen durchqueren müssten, um zur Babyklappe zu gelangen – eine Anonymität kann so kaum gewahrt werden. Daher wird die Babyklappe ab sofort links vom Haupteingang des Christlichen Kinderhospitals Osnabrück (CKO) zu finden sein. 

Babyklappe künftig direkt am Kinderhospital

Das "Netzwerk Moses", zu dem neben dem Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) die Niels-Stensen-Kliniken und das CKO gehören, sehen viele Vorteile im neuen Standort: "Bislang mussten die Kinder immer erst ins CKO transportiert werden", sagt SKF-Geschäftsführerin Birgit Ottens. Dieser Transport entfällt nun: "Die neue Babyklappe ist direkt an die Notaufnahme angebunden, in der Tag und Nacht Ärzte anwesend sind", sagt Michael Richter, Geschäftsführer des Christlichen Kinderhospitals. 

Dass die Babyklappe nicht von Anfang an am CKO angebracht war, hat einen einfachen Grund: 2001, als die Babyklappe eingerichtet wurde, gab es das Christliche Kinderhospital noch gar nicht. 

Das Prinzip der Babyklappe wird auch am neuen Standort das gleiche sein: Die Glasklappe ist von außen zu erreichen, Stellwände gewähren eine Anonymität. Sobald jemand ein Baby ins Wärmebettchen legt, wird ein Ruf ausgelöst. Das Kind wird medizinisch versorgt, das Jugendamt der Stadt unverzüglich informiert. 

Für die Babyklappe werben will das "Netzwerk Moses" allerdings nicht: "Die vertrauliche Geburt ist für Mutter und Kind sicher der bessere Weg", sagt Michael Richter. 

Vertrauliche und anonyme Geburt

Seit 2014 ist die sogenannte "vertrauliche Geburt" gesetzlich verankert: Schwangere Frauen, die sich nicht in der Lage sehen, ihr Kind selbst aufzuziehen, haben die Möglichkeit, im Krankenhaus ihr Kind zur Welt zu bringen und dort ihre persönliche Daten zu hinterlegen. Im Alter von 16 Jahren dürfen die Kinder die Personalien ihrer Mutter einsehen und damit etwas über ihre Herkunft erfahren. Zudem gibt es noch die sogenannte "anonyme Geburt": Auch hier kann die Mutter im Krankenhaus gebären, allerdings werden keine Personalien festgehalten. Diese Alternativen zur Babyklappe bieten den Vorteil, dass Mutter und Kind medizinisch betreut werden. 

Vor einigen Jahren empfahl der Deutsche Ethikrat, Babyklappen und die anonyme Geburt generell abzuschaffen. Das Recht des Kindes, seine Herkunft zu kennen, würde so verletzt werden. Auch in Osnabrück habe man darüber diskutiert, ob es überhaupt noch eine Babyklappe geben soll, sagen die Mitglieder des "Netzwerk Moses". Doch angesichts von acht Babys, die seit 2001 in der Babyklappe abgelegt wurden, wolle man das Angebot aufrecht erhalten. Das Schlagwort "Babyklappe" ist vielen Frauen geläufiger als die anonyme oder vertrauliche Geburt. Die Hoffnung der SKF-Mitarbeiterinnen ist daher, dass Schwangere in Notlagen durch Flyer und Internetrecherche zum Thema Babyklappe vielleicht auch auf die anderen und sichereren Angebote aufmerksam werden. 


Der neue Standort

Die Babyklappe befindet sich ab sofort links vom Haupteingang des Christlichen Kinderhospitals Osnabrück (CKO).

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