Viviane Kakerbeck Osnabrücker Studentin gewinnt Wissenschaftspreis Niedersachsen 2018

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Die Studentin Viviane Kakerbeck von der Universität Osnabrück ist mit dem Wissenschaftspreis Niedersachsen 2018 ausgezeichnet worden. Foto: Joshua ClayDie Studentin Viviane Kakerbeck von der Universität Osnabrück ist mit dem Wissenschaftspreis Niedersachsen 2018 ausgezeichnet worden. Foto: Joshua Clay

Osnabrück. Viviane Kakerbeck ist erst 21 Jahre alt, hat aber schon in einem Film mitgespielt, einen Programmierwettbewerb gewonnen und ein Labor für virtuelle Realität geleitet. Außerdem fliegt sie nur so durch ihr Studium der Kognitionswissenschaft. Das Land Niedersachsen prophezeit der Osnabrückerin eine "exzellente Forscherkarriere".

Die 21-Jährige machte in nur vier Semestern ihren Bachelor in Kognitionswissenschaft, strebt nun seit einem Jahr auch den Master-Abschluss an. Doch nicht nur Bestnoten pflastern ihren Weg. Kakerbeck fällt auch durch starkes soziales Engagement auf. 

In Spielfilm mitgewirkt

Bevor sie ihr Studium in Osnabrück begann, verbrachte die Überfliegerin zwei Semester an einer Universität in Georgia (USA) und leistete Freiwilligendienst in Vietnam. Im vergangenen Jahr wirkte sie bei der Produktion des Spielfilms "Sin" mit, der mehr Bewusstsein für Opioid-Abhängigkeit und chronische Schmerzen schaffen soll. Außerdem arbeitet die Studentin an mehreren Instituten der Universität Osnabrück und leitete unter anderem das Virtual-Reality-Labor des Instituts für Kognitionswissenschaft. Für all das und noch mehr wurde Kakerbeck jetzt mit dem Wissenschaftspreis 2018 des Landes Niedersachsen ausgezeichnet.

Wissenschaftspreisträger aus Osnabrück

Mit dem Wissenschaftspreis Niedersachsen werden seit 2007 jedes Jahr Persönlichkeiten geehrt, die sich in herausragender Weise um die Hochschulentwicklung in Niedersachsen verdient gemacht haben. Die Preisträger werden von den niedersächsischen Hochschulen vorgeschlagen und von der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen ausgewählt. 
Immer wieder gehören auch Studenten aus Osnabrück zu den Preisträgern: 2017 Alexander Höreth (Universität Osnabrück), 2015 André Schmidt (Hochschule Osnabrück), 2014 Dirk Müllmann (Universität Osnabrück), 2011 Carina Denise Krause (Universität Osnabrück), 2010 Betül Cobanli (Universität Osnabrück), 2009 Holger Badorreck (Universität Osnabrück), 2008 Jörn Fischer und Lena Gond (beide Fachhochschule Osnabrück) sowie 2007 Anton Flügge (Universität Osnabrück).
Preisgekrönte Professoren aus Osnabrück waren bislang die Vegetationsökologin und Botanikerin Kathrin Kiehl von der Hochschule Osnabrück (2016) sowie die Informatiker Oliver Vornberger (Uni Osnabrück) und Karsten Morisse (Fachhochschule Osnabrück) im Jahr 2009. Als bislang einzige Nachwuchswissenschaftlerin aus Osnabrück wurde 2011 die Psychologin Ulla Martens (Universität Osnabrück) mit dem Wissenschaftspreis Niedersachsen ausgezeichnet.


Viviane Kakerbeck (Mitte) bei der Wissenschaftspreis-Verleihung in Hannover. Foto: MWK/Tom Figiel


Programmierwettbewerb gewonnen

Warum sie sich für ein Studium der Kognitionswissenschaft entschieden hat? "Mich fasziniert daran besonders die Interdisziplinarität und die Vielfalt an Fachrichtungen, die dort zusammen kommen, um gemeinsam Probleme anzugehen", sagt Kakerbeck. Schwerpunkte dieser noch recht jungen wissenschaftlichen Disziplin sind die Erforschung von Geist und Gehirn, die Erklärung von menschlicher Sprache und non-verbalem Verhalten sowie die Entwicklung künstlicher Intelligenz.

Wie talentiert die 21-Jährige auf diesen Gebieten ist, zeigte sie unter anderem beim "Hack 4 Health"-Hackathon 2018, einem gemeinsamen Programmierwettbewerb von Uni Osnabrück und Robert-Koch-Institut.  Dort belegte sie im Februar den ersten Platz. Mit ihrem Team entwickelte sie dabei innerhalb von vier Tagen ein Konzept, das auf Basis neuronaler Netze die Vorhersage von Epidemien in Deutschland ermöglicht.

Jury sieht großes Potenzial

All das blieb der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen nicht verborgen, als es galt, die Gewinner des Wissenschaftspreises Niedersachsen 2018 auszuwählen. In ihrer Laudatio heißt es: 


Viviane Kakerbeck ist eine hervorragende Studentin mit dem Potenzial, sich zu einer exzellenten Forscherin zu entwickeln – und zwar in einem Forschungsfeld, das bisher deutlich stärker durch Männer als durch Frauen besetzt ist


Erstmals nur Frauen geehrt

Apropos Frauen: Zum ersten Mal in der Geschichte des seit 2007 jährlich verliehenen Wissenschaftspreises kamen in allen Kategorien ausschließlich Wissenschaftlerinnen und Studentinnen zum Zuge. Neben Kakerbeck zeichnete Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) in Hannover zehn weitere Persönlichkeiten von niedersächsischen Hochschulen aus. Allen voran zwei Professorinnen, die sich über Preisgelder von jeweils 25.000 Euro freuen dürfen. Kakerbecks Preis ist mit 3500 Euro dotiert.

Die Auszeichnung mit dem Wissenschaftspreis empfindet die Osnabrückerin als Ansporn: "Ich könnte mir gut vorstellen, später in der Wissenschaft zu arbeiten. Der Wissenschaftspreis bestätigt mir noch einmal, dass ich auf dem richtigen Weg bin."


Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU, links) und Osnabrücks Universitätspräsident Wolfgang Lücke mit Preisträgerin Viviane Kakerbeck. Foto: MWK/Tom Figiel



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