Nach Tat in Osnabrücker Innenstadt Elektroartikel im Wert von 80.000 Euro erbeutet: Einbrecher verurteilt

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Weil sie Macbooks und iPads im Wert von etwa 80.000 Euro in der Osnabrücker Innenstadt gestohlen haben, wurden jetzt zwei Einbrecher verurteilt. Foto: dpa/Michael KappelerWeil sie Macbooks und iPads im Wert von etwa 80.000 Euro in der Osnabrücker Innenstadt gestohlen haben, wurden jetzt zwei Einbrecher verurteilt. Foto: dpa/Michael Kappeler

Osnabrück. Macbooks und iPads im Wert von etwa 80.000 Euro erbeutete eine fünfköpfige Bande aus Hamburg bei einem Einbruch in ein Geschäft in der Osnabrücker Innenstadt im Januar 2018. Zwei von ihnen wurden nun wegen schweren Diebstahls verurteilt

Einem Angeklagten attestierte ein Sachverständiger „pathologische Spielsucht“. Er wollte mit dem Diebstahl Spielschulden begleichen und hoffte angesichts eines Therapieplatzes auf eine Bewährungsstrafe.

In der Nacht vom 24. auf den 25. Januar waren die fünf Männer in das Geschäft in der Herrenteichsstraße eingedrungen und haben ihre Beute in ein in Hamburg angemietetes Auto verladen. Da die Eingangstür nur mit einer Spanholzplatte gesichert war, sei einer der Männer gegen sie gesprungen und hatte seinen Komplizen so Zugang verschafft. Vorher, so sagte der 30-jährige Angeklagte in seinem Geständnis, haben er und die Mittäter in Hamburg-Altona einen Tipp bekommen, dass es dieses Geschäft mit der leichtsinnigen Sicherung gebe.

Die Täter konnten kurz nach dem Einbruch in Itzehoe verhaftet werden, als sie ihre Diebesbeute an einen Händler verkaufen wollten.

Angeklagte gestehen Einbruch

Beide Angeklagten räumten die Tat vor Gericht ein. Mit dem 30-jährigen Angeklagten, einem zweifachen Familienvater mit türkischer Staatsbürgerschaft, befasste sich das Gericht intensiver. Ein Sachverständiger, ein Psychologe aus Hamburg, sagte, der Mann habe nicht mehr aufhören können zu spielen. Bis Januar 2017 hatte er 70.000 Euro Schulden angehäuft, die zum großen Teil am Pokertisch entstanden seien. Durch seine „pathologische Spielsucht“ sei seine Persönlichkeit gestört worden. Sein Verhältnis zu seiner Familie sei zerrüttet, er habe seinen Arbeitsplatz verloren und sei beim Spielen in einen anderen geistigen Zustand geraten, so der Sachverständige. Zum 8. Januar 2019 hat der 30-Jährige eine Zusage für eine Therapie in einer Klinik in der Nähe von Hamburg.

Der Mann, der unter anderem im Hamburger Hafen als Maschinen- und Kranführer gearbeitet und sich in jüngster Zeit beruflich weitergebildet hat, hatte aber auch mehrere Vorstrafen durch Delikte wie Raub, Verkehrsvergehen oder Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz aufzuweisen. Das Gefängnis kennt er durch eine Jugendstrafe. Viel schwer wiegender war aber eine Verurteilung wegen gemeinschaftlichen Diebstahls, weswegen er immer noch unter Bewährung steht. Der Vorsitzende Richter am Amtsgericht, Michael Kelle, zitierte aus den Akten, dass der Kollege in Winsen ihm schon bei diesem Verfahren vor Augen führte, dass er bei einer erneuten Straftat nicht mit einer weiteren Bewährung rechnen könne.

„Sie haben ihr Guthaben verspielt“

Und so kam es dann auch. Der 30-jährige Angeklagte wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. „Sie haben ihr Guthaben verspielt“, sprach Kelle dem Angeklagten ins Gewissen. Eine weitere Bewährungsstrafe wäre trotz seiner positiven Entwicklung nicht gerechtfertigt gewesen.

Da sein 26-jähriger Komplize nicht einschlägig und nur geringfügig vorbestraft und auch nicht in die Planung der Tat involviert war, kam er mit einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten sowie einer Auflage von 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit davon.


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