Schädliche Pflanzendüngung Osnabrücker Forscher findet Ursache für Schmetterlingssterben

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Der Braune Feuerfalter (Lycaena tityrus) ist eine der Schmetterlingsarten, bei der eine Stickstoffdüngung der Wirtspflanzen zu erhöhter Sterblichkeit bei den Raupen führt. Foto: Universität Osnabrück/Thomas FartmannDer Braune Feuerfalter (Lycaena tityrus) ist eine der Schmetterlingsarten, bei der eine Stickstoffdüngung der Wirtspflanzen zu erhöhter Sterblichkeit bei den Raupen führt. Foto: Universität Osnabrück/Thomas Fartmann

Osnabrück. Die Düngung von Pflanzen führt zum Schmetterlingssterben: Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, an der Thomas Fartmann von der Universität Osnabrück beteiligt war und die jetzt in der Fachzeitschrift Oecologia veröffentlicht wurde.

Gemeinsam mit seinen Co-Autoren Susanne Kunze von der Universität Bayreuth und Thilo Heinken von der Universität Postdam hat Fartmann darin erstmals belegt, dass die aktuellen Düngeraten in der Landwirtschaft den physiologischen Toleranzbereich der meisten Schmetterlingsarten überschreiten. "Somit trägt die Düngung direkt zum flächendeckenden Rückgang vieler Schmetterlingsarten bei", heißt es in einer Mitteilung der Universität Osnabrück.

Zu viel Stickstoff

Die landwirtschaftliche Intensivierung gilt als Hauptursache für das Verschwinden vieler Schmetterlingsarten in West- und Mitteleuropa. Der Rückgang der Artenvielfalt wurde dabei häufig mit dem zunehmend schwindenden Lebensraum in Verbindung gebracht, wohingegen Veränderungen der Wirtspflanzen-Qualität bisher weitestgehend unberücksichtigt blieben. Um den Einfluss der Düngung zu untersuchen, wurden die Überlebensraten der Raupen von sechs weit verbreiteten Tag- und Nachtfalterarten unter verschiedenen Dünge-Szenarien dokumentiert. Die Stickstoffgaben entsprachen dabei den in der mitteleuropäischen Landwirtschaft aktuell üblichen Düngemengen. 

Universitätsprofessor Thomas Fartmann beim 11. Osnabrücker Wissensforum im November 2018. Foto: André Havergo


"Die Düngung hat dabei zu einer Zunahme des Stickstoffgehalts in den Wirtspflanzen und gleichzeitig zu einer deutlich erhöhten Sterberate der Schmetterlingsraupen aller Modellarten geführt", erklärt Professor Fartmann, der an der Universität Osnabrück die Abteilung für Biodiversität und Landschaftsökologie leitet. Demnach sei anzunehmen, dass die Düngung und der damit erhöhte Stickstoffgehalt in den Pflanzen das Schmetterlingssterben direkt beeinflusst.


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