Start-up widmet sich dem Stallgeruch Wie ein Osnabrücker Gründer für Entspannung in Tierställen sorgen will

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Victor Große Macke will mit Gerüchen das Leben für Tiere im Stall angenehmer machen. Foto: Jörn MartensVictor Große Macke will mit Gerüchen das Leben für Tiere im Stall angenehmer machen. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Wer die Begriffe Stall und Geruch miteinander in Verbindung bringt, weckt in der Regel eher negative Assoziationen. Gründer Victor Große Macke will dem Thema jetzt jedoch eine ganz andere Bedeutung beimessen: Mit seinem Start-up Farmerscent hat er es sich zum Ziel gemacht, dass die Stimmung im Tierstall durch Düfte entspannter wird.

"Eigentlich", sagt Große Macke, "wurde beim Thema Landwirtschaft schon über alles geredet. Nur nicht über Düfte." Der junge Gründer aus dem Landkreis Cloppenburg muss es wissen, er kommt selber aus einem landwirtschaftlichen Betrieb, absolvierte eine Ausbildung zum Landwirt und studiert mittlerweile im Bereich Agribusiness an der Hochschule in Osnabrück-Haste. Ein Mann vom Fach also, der quasi beim Fernsehen auf seine Geschäftsidee kam.

Düfte wecken Emotionen

"In einer Dokumentation habe ich gesehen, wie Düfte auf den Menschen wirken, beispielsweise in Neuwagen oder auch in Kaufhäusern. Düfte wecken beim Menschen Emotionen – und genau dieses Prinzip will ich auf Tiere anwenden", erklärt Große Macke. Konkret will der Gründer ein Verfahren entwickeln, bei dem Kühe beispielsweise beim Melken mit in der Luft befindlichen Pheromonen und Duftstoffen in Kontakt kommen.

Victor Große Macke absolvierte eine Ausbildung zum Landwirt und studiert momentan an der Hochschule Osnabrück im Bereich Agribusiness. Foto: Jörn Martens

„Beim Melken finden quasi immer dieselben Abläufe statt. Kühe können dabei schnell in Stress geraten und das ist für die Tiere sehr unangenehm und kontraproduktiv“, erklärt Große Macke. Durch den Einsatz von Duftstoffen könnten die Tiere beruhigt werden, so seine Geschäftsidee. Momentan befindet sich der Gründer noch in der Startphase seines Unternehmens "Farmerscent" und probiert sich und seine Idee im Osnabrücker Gründerzentrum "Seedhouse" aus. 

Zuverlässigkeit als Muss

Dort feilt der 22-Jährige momentan an zwei Säulen: Einerseits muss ein maschineller Prototyp her, der die technische Einleitung der Duftstoffe vollbringt. Andererseits muss Große Macke die Substanz perfektionieren, die für eine entspannte Stall-Atmosphäre sorgen soll. "Das ganze System muss zuverlässig sein", beschreibt der Gründer seinen Anspruch. 

Was ist das Seedhouse?

Das Seedhouse an der Marie-Curie-Straße 3 in Osnabrück hat bereits den Betrieb aufgenommen. Gefördert wird das Start-up-Zentrum zu gleichen Teilen (je 200.000 Euro) vom Land Niedersachsen, der Sparkasse Osnabrück und einer Reihe von regionalen Unternehmen. Das Seedhouse ist organisatorisch an das Innovationscentrum Osnabrück (ICO) angedockt, das sich nur einen Steinwurf entfernt befindet. Anders als im ICO erhalten Gründer hier in ihrer Anfangsphase eine Rund-um-Betreuung und finanzielle Unterstützung.
Eine weitere Besonderheit ist das Engagement zahlreicher Unternehmen aus der regionalen Wirtschaft, die sich finanziell, aber auch inhaltlich beim Gründerzentrum engagieren. Der Fokus des Accelerators liegt auf den Bereichen Landwirtschaft, Lebensmittelwirtschaft und Digitales.

Im Seedhouse an der Marie-Curie-Straße wird Große Macke mehrere Monate verbringen, um sein Start-up auf ein festes Fundament zu stellen. Zahlreiche regionale Unternehmen auch und vor allem aus dem landwirtschaftlichen Bereich engagieren sich in dem Durchlauferhitzer für junge Unternehmen. Für Farmerscent könnte das zum großen Vorteil werden, wie Große Macke meint. "Dass der Fokus hier auf Start-ups aus dem Bereich Landwirtschaft liegt, passt doch super zu unserer Region. Mir gefällt der Austausch mit den anderen Gründern, hier herrscht ein guter Geist."


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