TSG Burg Gretesch dankt Stiftung Umkleidekabinen wurden zu Wohnraum für Flüchtlinge

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Auf dem Bild: (von links) Ismail Othmann (TSG), Britta Szypulski, Peter Schmidt, Jürgen Bußmann (TSG), Clemens Kurek (Lotto-Sport-Stiftung), Ursula Lossin und Phillip König. Foto: Swaantje HehmannAuf dem Bild: (von links) Ismail Othmann (TSG), Britta Szypulski, Peter Schmidt, Jürgen Bußmann (TSG), Clemens Kurek (Lotto-Sport-Stiftung), Ursula Lossin und Phillip König. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung hat den Sportverein TSG Burg Gretesch mit 10.000 Euro unterstützt. Der Verein hat bereits 2015 Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen. Um deren Unterbringung zu verbessern, hat der Verein eine alte Umkleide am ehemaligen Sportplatz Hehmann zu einer Unterkunft mit drei weiteren Einzelzimmern umgebaut.

Selbst nachdem die Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen in großen Teilen der Bevölkerung einer ausgeprägten Skepsis gewichen ist, hat sich an der breiten Zustimmung beim TSG Burg Gretesch nichts geändert. Auch von den Mitgliedern sei nichts Negatives zu hören, sagt Bußmann bei einem Ortstermin an der Belmer Straße. Dort hat der TSG mit Mitteln der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung eine Umkleide am ehemaligen Sportplatz Hehmann zu einer Unterkunft mit drei Einzelzimmern umgebaut. Mit 10.000 Euro hat die Stiftung das Projekt unterstützt. Bereits seit 2015 bietet der TSG Flüchtlingen aus Syrien eine Unterkunft mit Anschluss an den Sportbetrieb.

Sportförderung und Integration verbunden

Für Clemens Kurek wurden dabei Sportförderung und Integration „in idealer Weise miteinander verbunden“ und damit zwei Zielsetzungen verfolgt, für die sich die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung einsetzt.

Angefangen hatte alles im Jahr 2015 als der TSG der Stadt angeboten hatte, Flüchtlinge im Clubhaus aufzunehmen. „Einfach machen“ sei die Devise gewesen, berichtet Bußmann. Von Beginn an habe man versucht, die syrischen Flüchtlinge zu integrieren. Rund zwei Kilometer weiter in der Jakobus-Gemeinde hatten Peter Schmidt und seine Frau Ursula Lossin von dem Projekt erfahren und ihre Hilfe bei Sprachkursen angeboten. Offenbar mit Erfolg. Zum Ortstermin an der ehemaligen Umkleide ist auch Ismail Othman gekommen. Er hat monatelang in der Unterkunft gewohnt und macht derzeit ein Jahr im Bundesfreiwilligendienst. Im Anschluss möchte er gerne eine Ausbildung im Bereich Foto oder Design machen. Seine Sprachkenntnisse sind durchaus beachtlich und lassen seine Wünsche durchaus realistisch erscheinen. Selbst Scherze versteht er bereits auf Deutsch. Sein Nachname ist nicht sein ursprünglicher Familienname, aber immerhin ähnlich. Den habe man einfach so in seine Papiere geschrieben und damit eingedeutscht. Der erste Schritt zur Integration? Da muss auch Ismail Othmann lächeln.

Große Dankbarkeit

Schmidt und Lossin berichten von großer Dankbarkeit, die ihnen vonseiten der „Gäste“, wie man die Flüchtlinge beim TSG lieber nennt, entgegengebracht wurde. So hätten die Syrer versucht, sich erkenntlich zu zeigen und zu kochen, sowohl beim TSG als auch in der Jakobus Gemeinde. Das habe sehr zum wechselseitigen Verständnis beigetragen.

Mit Erstaunen bis Entsetzen beobachtet Lossin den Stimmungswandel. „Wir schaffen das“ hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsbewegungen erklärt. Doch von dieser positiven Grundüberzeugung ist vielerorts nicht viel übrig geblieben. Den Stimmungswandel nennt Lossin „gewaltig – unglaublich.“ 


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