Mit wehenden Fahnen Japanische Schüler am Technischen Gymnasium in Osnabrück

Von Niklas Kuschkowitz

Im feinen Schulzwirn kamen die japanischen Austauschschüler zur Präsentation der Ergebnisse des gemeinsamen Projektes mit dem Technischen Gymnasium Brinkstraße. Foto: Elvira PartonIm feinen Schulzwirn kamen die japanischen Austauschschüler zur Präsentation der Ergebnisse des gemeinsamen Projektes mit dem Technischen Gymnasium Brinkstraße. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Auf dem Parkplatz der berufsbildenden Schulen an der Brinkstraße hatte das Technische Gymnasium neben der europäischen auch die japanische Flagge gehisst. Anlass dafür bot vor Kurzem der Besuch von sechs Schülern der Kagi-ko Highschool Tokushima.

Begleitet von ihrem Schulleiter und zwei Lehrkräften waren diese für eine Woche angereist, um das 2015 begonnene Austauschprogramm fortzuführen. Gemeinsam mit neun Schülern des zwölften Jahrgangs des Technischen Gymnasiums schlossen sie ein Projekt zum Thema „Projection Mapping“ ab, das sie in der Aula an der Brinkstraße vorstellten. Dieser Begriff beschreibt das zielgerichtete Beleuchten dreidimensionaler Oberflächen. 

Würfel als Projektionsfläche

Im Bereich Metalltechnik entwickelten die Osnabrücker Oberstufenschüler 3D-Würfel, auf die mithilfe eines Projektors Symbole und Bilder gestrahlt wurden. „Dabei geht es um Zentimeter“, erklärte Peter Tietsch, Koordinator des Technischen Gymnasiums. Noch kurz vor der abschließenden Präsentation ermahnten die Schüler sich daher gegenseitig, keine Änderungen mehr an der Ausrichtung der Objekte vorzunehmen. 

Den Countdown zur Vorführung sprach das Publikum, von den japanischen Schülern angeleitet, zusammen auf Japanisch. Dann sahen die Zuschauer in 180 Sekunden unter anderem springende Bälle, die sich über die Würfel bewegten, einstürzende Mauern und die Nationalflaggen von Japan und Deutschland. Abschließend war Beethovens „Ode an die Freude“ in einer Elektro-Variante zu hören. Dieses Musikstück wurde 1918 zur Hymne der Partnerschaft zwischen der Präfektur Tokushima und Deutschland. Es erinnert an die deutschen Kriegsgefangenen von Bandō, die dank großzügiger Lagerleitung eine orchestrale Aufführung gestattet bekamen. Für das Technische Gymnasium wurde das Lied zu einem besonderen, als im Februar vorigen Jahres 25 Schüler nach Japan reisten, um es in einem 5000 Stimmen umfassenden Chor vorzutragen.

Nicht immer alles verstanden

Neben der erfolgreichen Gestaltung des Projekts legten die Mitwirkenden besonderen Wert auf den kulturellen Austausch. Philipp Kriege, Koordinator des Austauschs, erzählte: „Die Japaner haben eine Woche bei unseren Schülern gewohnt. Kommuniziert wurde auf Englisch, teilweise wurden zusätzlich technische Übersetzungssysteme genutzt.“ Auch die japanischen Gäste vertrauten dem Publikum in einer gemeinsam vorgetragenen Rede an, nicht immer sofort alles verstanden zu haben. Die Freundlichkeit der Deutschen habe sie aber begeistert. Mit den neu gewonnenen Freunden sei es ihnen gelungen, ihre Idee praktisch umzusetzen.

Noch dieses Jahr werden die Osnabrücker Gymnasiasten zusammen mit zwei Lehrkräften nach Japan reisen und das Projekt fortführen. Dort werden die Schüler, ebenfalls in Gastfamilien untergebracht, den japanischen Alltag kennenlernen.


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