Beschlussvorschlag steckt fest Wird Erich-Maria-Remarque-Schule Ganztagsschule oder nicht?

Die Erich-Maria-Remarque Realschule möchte Ganztagsschule zu werden.  Der entsprechende Antrag blieb jetzt aber im Schulausschuss hängen. Foto: Jörn MartensDie Erich-Maria-Remarque Realschule möchte Ganztagsschule zu werden. Der entsprechende Antrag blieb jetzt aber im Schulausschuss hängen. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Die Erich-Maria-Remarque-Realschule (EMR) möchte Ganztagsschule werden. Schulvorstand und Schulleitung haben einen entsprechenden Antrag auf den Weg gebracht, weil die Eltern vor allem der jüngeren Schüler ihre Kinder gerne auch am Nachmittag betreut wissen möchten. Ein in diesem Sinne formulierter Beschlussvorschlag der Verwaltung blieb jetzt aber erst einmal im Schulausschuss hängen.

"Die Ganztagsschule ist Wunsch der Eltern", sagt Schulleiterin Birgit Kaiser, die das Ansinnen von SPD und Grünen, die Umwandlung zur Ganztagsschule aufzuschieben, bis die Reform der Osnabrücker Sek I Landschaft geklärt ist, so recht nicht verstehen kann. Thomas Klein (Grüne) betonte zwar, dass SPD und Grüne den Antrag grundsätzlich unterstützen würden, gleichzeitig aber Sorge hätten, dass unter den Realschulen ein Konkurrenzkampf entstehen könnte, der zudem zu Lasten der Hauptschulen ginge. 

Umstrukturierung in der Schwebe

Hinter dieser Sorge dürfte das derzeit noch schwebende Verfahren der Umstrukturierung der Osnabrücker Schullandschaft im Sekundarbereich I stehen. Der Rat hatte der Verwaltung im Januar dieses Jahres einen Prüfauftrag an die Hand gegeben. Unter anderem soll festgestellt werden, ob und wie die Realschulen in kommunaler Trägerschaft in Oberschulen umgewandelt werden können. Hintergrund ist der Wegfall der Hauptschule Innenstadt, wenn diese gemeinsam mit der Möser-Realschule und der Schule an der Rolandsmauer die sogenannte Neue Schule bildet. Einzig verbleibende Hauptschule wäre dann die Felix-Nussbaum-Schule im Schulzentrum Sonnenhügel, was so aber politisch nicht gewollt ist. Es ist nun an der Verwaltung, der Politik Wege aufzuzeigen, wie die Schullandschaft zukünftig gestaltet werden soll. 

Verwunderung über die Wendung

Bis es soweit ist, wollen SPD und Grüne den Antrag der Erich-Maria-Remarque-Realschule auf Eis legen. Für die CDU kam die Vertagung zumindest bis zur Ratssitzung am 4. Dezember überraschend. Darüber wolle ihre Fraktion zunächst einmal beraten, kündigten Petra Knabenschuh und Stefan Kniefert an. Beide machten aber auch keinen Hehl daraus, dass sie der Verwaltungsvorlage so hätten zustimmen können.

Auch Wolfgang Schäfer, als Vorsitzender des Stadtelternrates Mitglied des Ausschusses, zeigte sich verwundert über die Wendung im Fall EMR. "Die Elternschaft drängt auf Ganztagsschulen. Das gilt auch für diese Schule." Er könne in der Umwandlung der Realschule in eine offenen Ganztagsschule zum jetzigen Zeitpunkt kein Problem für spätere Veränderungen in der Schullandschaft als Ganzes erkennen.

Fachbereichsleiterin Andrea Butke konnte ebenfalls keinen Konflikt zum Prüfauftrag erkennen. Zwar muss der Antrag auf Umwandlung laut Butke bis zum 1. Dezember beim niedersächsischen Kultusministerium eingegangen sein, es gebe aber die Möglichkeit den Antrag nachzureichen. Die Umwandlung könnte also wie geplant für das Schuljahr 2019/20 – dann zunächst für die 5. und 6. Klassen  in Angriff genommen werden, wenn der Rat in seiner kommenden Sitzung einen entsprechenden Beschluss fasst.


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