Betreiber wünscht sich Frieden Zoff auf dem Westerberg: Veranstaltungen am Büdchen in der Kritik

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Das Büdchenfest ist in jedem Sommer fester Bestandteil im Osnabrücker Veranstaltungskalender. Foto: Swaantje HehmannDas Büdchenfest ist in jedem Sommer fester Bestandteil im Osnabrücker Veranstaltungskalender. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Vom Büdchen auf dem Westerberg als einem Kleinod im kulturellen Betrieb der Stadt zu sprechen, dürfte wohl zumindest bei denjenigen, die den Treffpunkt im grünen Herzen der Stadt kennen, unstrittig sein. Nun aber gibt es Beschwerden zum Treiben im ehemaligen Treff der Westerberger Laubenpieper, der heute von Michael Werner geführt wird.

"Laut sei es im Sommer", so ein Anlieger, der namentlich nicht genannt werden möchte. Er habe sich an die Stadt gewandt mit der Bitte, den Sachverhalt zu untersuchen. Der Verwaltungsakt mündete nun in einer Anfrage der CDU, deren Beantwortung von der Verwaltung in einer Mitteilungsvorlage zur Kenntnisnahme in die politischen Gremien in Form des Ausschusses für Feuerwehr und Ordnung zurückgespielt wurde. 

Niemand will sich äußern

Die Vorwürfe gegen Büdchenbetreiber Michael Werner greifen demnach vor allem die Punkte Lautstärke, Häufigkeit von Veranstaltungen und eine in den Augen der Anlieger nicht mehr zu billigende Flächenausdehnung auf. "Wir wohnen 150 Meter vom Büdchen entfernt", so der Beschwerdeführer im Gespräch mit unserer Redaktion. Es handle sich um ein reines Wohngebiet. Die Zahl der Veranstaltungen und deren Lautstärke übersteigt seiner Meinung nach den für ein solches Gebiet zulässigen Rahmen. Außer ihm gebe es noch 17 weitere Anwohner, die sich vom Büdchen in ihrer Ruhe gestört fühlten, allerdings habe sich außer ihm niemand gegenüber der Stadtverwaltung äußern wollen.

Keine Verstöße festgestellt

Und was sagt nun die Stadt zu den Vorwürfen? Auf alle Fälle sieht sie weder Verstöße gegen Auflagen noch andere Hemmnisse, die gegen zukünftige Veranstaltungen auf dem Westerberg sprechen würden. Die beanspruchte Flächengröße habe sich in den vergangenen Jahren nicht verändert, heißt es in einem Schreiben aus dem August an die Beschwerdeführer. Auch seien laut Bundesimmissionsschutzgesetz 18 Veranstaltungen im Jahr zulässig. Von den möglichen 18 Veranstaltungstagen habe das Büdchen nur vier genutzt. Selbst in den Jahren des Public Viewings wurde diese Zahl nicht erreicht. Und Überwachungsmessungen hätten zudem ergeben, dass es nicht zu lärmbedingten Richtwertüberschreitungen gekommen sei. Die Messungen hätten auch ergeben, dass die im Sommer an jedem Mittwoch stattfindenden Musikveranstaltungen "immissionsschutzrechtlich nicht als lärmrelevant einzustufen" sind.

Ohne Veranstaltungen wird es schwierig

Büdchenbetreiber Michael Werner möchte am liebsten in Frieden mit seinen Nachbarn leben. Er kennt den Beschwerdeführer, der einmal wöchentlich einen Stammtisch im Büdchen besucht. Allein von Stammtischen aber kann Werner nicht leben. Da mag die Lage seines Betriebs auch noch so schön sein, um das Büdchen in der Gewinnzone zu halten, muss sich Werner wie auch seine Kollegen etwas einfallen lassen. "Wenn die Möglichkeiten beschnitten werden, wird es schwierig", sagt Werner vor allem mit Blick auf die sommerlichen Mittwochsveranstaltungen zwischen Mai und September.

Das Besondere ist gefragt

Natürlich ist das Büdchen beliebt, zum Beispiel auch für die Laternengänge, die oft bei Bratwurst und Getränk am Büdchen enden oder auch für etliche Klassenfeste am Ende eines jeden Schuljahres. "Davon haben wir in jedem Sommer 10 bis 15 Stück", sagt Werner. Davon leben aber kann er nicht, ebenso wenig wie von dem einen oder anderen Stammtisch. Die Kundschaft wünsche sich für ihre Location das Besondere, entweder beim gastronomischen Angebot, als angesagter Szenetreff oder eben Veranstaltungen, die einem Lokal die Attraktivität geben, die es braucht um gewinnbringend am Markt bestehen zu können, sagt Werner. 


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