Automobilhistorische Gesellschaft Osnabrücker VW-Sammlung lässt sogar "Autofreaks" staunen

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. Am Wochenende findet in Osnabrück die Jahrestagung der Automobilhistorischen Gesellschaft statt. Im Mittelpunkt des Interesses stand die Besichtigung der Karmann- und Volkswagensammlung im VW-Werk.

Entgegen der landläufigen Meinung kommt das Automobil gar nicht aus Deutschland. Der Franzose Nicholas Cugnot erbaute 1869 einen Dampfwagen: das erste Fahrzeug, das nicht auf Muskelkraft oder einer anderen äußeren Kraft wie zum Beispiel Windkraft basierte. Dennoch: Das Jahr 1886 mit dem Motordreirad "Benz Patent-Motorwagen Nummer 1" des deutschen Erfinders Carl Benz gilt als das Geburtsjahr des Automobils mit Verbrennungsmotor. 

Historiker, Techniker und Privatsammler

Es sei allerdings historisch nicht ganz korrekt, ein konkretes Geburtsjahr festzulegen, es sei vielmehr ein Entstehungsprozess gewesen, sagt Wolfgang Blaube, Vorsitzender der Automobilhistorischen Gesellschaft (AHG) aus Hamburg. Die AHG ist ein Treffpunkt für Fachleute, die auf dem Gebiet der Kraftfahrzeug-Geschichte forschen und publizieren. Es ginge dem Verein vor allem um die "wahrheitsgemäße Darstellung automobilhistorischer Zusammenhänge", erklärt Blaube. Vertreten sind hauptsächlich Historiker, Techniker und Privatsammler.

Mitglieder der Automobilhistorischen Gesellschaft auf dem Weg in die VW-Autosammlung. Foto: Thomas Osterfeld


"Autofreaks durch und durch"

Gerhard Placke, Organisator der AHG-Jahrestagung 2018 in Osnabrück, empfing die 50 angereisten Mitglieder am Samstagmorgen vor den Toren des VW-Werks im Fledder. Sie seien "Auto-Freaks durch und durch – man muss schon einen Vogel haben, um da mitzumachen", witzelte er. Interessant sei vor allem der Austausch zwischen den Motorbegeisterten. So seien beispielsweise zwei Mitglieder aus den östlichen Bundesländern angereist, und man habe am Freitag eine interessante Diskussion über die bewegte Geschichte der ehemaligen DDR-Marken Trabant und Wartburg geführt. Zwei aus der Gruppe seien sogar stilecht mit Oldtimern angereist, einem Opel Admiral von 1938 und einem DKW 3=6, der von 1955 bis 1959 bei Karmann in Osnabrück hergestellt wurde.

Sammlung lässt Herzen höher schlagen

Die ausgestellten Fahrzeuge aus der Karmann- und VW-Sammlung ließen die Herzen der AHG-Mitglieder höher schlagen: Zu sehen sind sowohl Fahrzeuge mit Bezug zu Volkswagen als auch konzernfremde Autos wie der für BMW gebaute 3.0 CS von 1974. Einen besonderen Platz in der Ausstellung hat auch der Karmann Ghia. Das Coupé, welches auf der Basis des VW-Käfers gebaut wurde, ist wohl das berühmteste Auto der Marke aus Osnabrück und zog entsprechend viele Blicke auf sich.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN