Internationaler Gedenktag Region Osnabrück zeigt Flagge gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Starkes Zeichen: Die Gleichstellungsbeauftragten in der Region Osnabrück machen auf das Thema "Häusliche Gewalt" aufmerksam. Foto: Swaantje HehmannStarkes Zeichen: Die Gleichstellungsbeauftragten in der Region Osnabrück machen auf das Thema "Häusliche Gewalt" aufmerksam. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Unter dem Motto „Null cm Toleranz! Nein! Zu häuslicher Gewalt!“ finden in Stadt und Landkreis Osnabrück zahlreiche Veranstaltungen rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am Sonntag, 25. November statt.

„Wir möchten ein Bewusstsein für das Thema der häuslichen Gewalt schaffen und Frauen den Mut geben, darüber zu sprechen“, so Monika Schulte, Gleichstellungsbeauftragte für den Landkreis Osnabrück. Mit unterschiedlichen Veranstaltungen soll Aufklärungs- und Präventionsarbeit geleistet werden. Dabei unterstützt die Polizei, vertreten durch Kriminalhauptkommissarin Monika Holtkamp, die Aktionen sowie Heike Bartling von der Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt (BISS). 

Als Zeichen für die Zusammenarbeit, um Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen zu beenden, werden überall in Deutschland Fahnen mit dem Schriftzug „Frei leben – ohne Gewalt“ der Terre des Femmes aufgehängt. In Osnabrück geschieht dies am 24. November am Nikolaiort in der Nähe des Geschäfts Schäffer. Im Landkreis hissen meist die Rathäuser die Fahne.

Gewalt hat viele Formen

Heike Bartling von der Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt (BISS) erzählt: „Es geht nicht nur um körperliche, sondern auch um psychische Gewalt, denn ein blaues Auge sieht direkt jeder, aber die seelischen Wunden sind nicht körperlich sichtbar und dennoch da.“

Kriminalhauptkommissarin Monika Holtkamp betont: „Die Anzeigen bezüglich häuslicher Gewalt sind höher als die Anzeigen wegen Einbrüchen.“ Dies sei eine erschreckende Erkenntnis, denn nicht jede häusliche Gewalttat werde angezeigt, aber jeder Einbruch. Die Dunkelziffer bei den Gewalttaten seien schätzungsweise acht bis zehn Mal höher, so Holtkamp.

„Wir nutzen die Markttage in Bersenbrück aus, um mit den Bürgern in Kontakt zu treten, deshalb wird bei uns die Fahne auch schon am Dienstag, 20. November gehisst“, erklärt Regina Bien, Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Bersenbrück.

Den gesamten November verteilt finden Veranstaltungen statt, nicht ausschließlich am 25. November. So kann am 21. November in Osnabrück die Ausstellung „Rosenstraße 76“ besucht werden, dabei handelt es sich um eine nachgestellte Wohnung, die als Beispiel für einen Ort stehen soll, in dem Menschen psychisch erniedrigt, geschlagen oder vergewaltigt wurden. Die Ausstellung informiert über Unterstützungsangebote und erfolgreiche Strategien gegen häusliche Gewalt. Alle Informationen zu dieser Veranstaltung gibt es unter www.gleichstellung-sichtbar-machen.de  


Die Veranstaltungen der Städte im Landkreis Osnabrück sind vielfältig, es werden Filme gezeigt, Informationsveranstaltungen angeboten oder Ausstellungen besucht. Auf den Internetseiten der Städte können alle Aktionen nachgelesen werden, die Bürgerberatungen bieten ebenfalls Informationen an.

Die Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinden im Landkreis und der Stadt Osnabrück arbeiten eng mit Schulen und Kitas zusammen. „Denn bei häuslicher Gewalt gegen Mütter sind auch immer die Kinder betroffen“, so Regina Meyer-Kietzmann, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Hilter.

Seit fast 20 Jahren wird die Fahne gehisst, um auf ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben für alle Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen. „Dabei brauchen wir auch die Männer, denn die können auch die Null an Toleranz gegenüber Gewalt unterstreichen“, fordert Kornelia Böert, Gleichstellungsbeauftragte in Wallenhorst.


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