Prolliger Eisbär und Maulwurfn René Marik bringt mit frechen Puppen die Osnabrücker zum Lachen

Von André Havergo

Begeisterte mit seinen Puppen das Publikum: René Marik trat zusammen mit Eisbär Kalle und Frosch Falkenhorst in der Osnabrück-Halle auf. Foto: André HavergoBegeisterte mit seinen Puppen das Publikum: René Marik trat zusammen mit Eisbär Kalle und Frosch Falkenhorst in der Osnabrück-Halle auf. Foto: André Havergo

Osnabrück. René Marik ist wieder mit seiner Alukiste mit der Aufschrift „Puppen“ unterwegs. In der Osnabrück-Halle erweckte er jetzt den Inhalt zusammen mit dem Publikum zum Leben. „ZeHage!“ heißt die aktuelle Tour, was so viel heißt wie „Zuhause“.

Gut 400 Zuschauer sind in den Kongresssaal gekommen, um den Puppenspieler und Figuren wie Kalle den Eisbären, Frosch Falkenhorst und Maulwurfn, den Star des Abends, live zu erleben.

Nach einem Soundcheck mit dem prolligen Eisbären Kalle samt Berliner Schnauze – „Da kiekste, wa?“ und „Bist fast 50 und spielst immer noch mit Puppen“ an Marik gerichtet – startet das Programm mit einem Ausschnitt aus dem Froschkönig mit Frosch Falkenhorst und dem Maulwurfn, die in wilder Knutscherei endet. „Schön, wieder hier zu sein in diesem Eierkarton“, begrüßt er das Osnabrücker Publikum und entschuldigt sich, er sei leicht angeschlagen und hoffe, dass seine Stimme durchhält. Das wird sie bis zum Schluss. Marik verspricht das Beste aus etwas mehr als 12 Jahren Rene Marik, oder wie er meint: „Das Beste, was mir gefällt“. Dabei steht Marik ein wenig unter Druck, denn sein „Chef“ Frosch Falkenhorst verkündet irgendwann: „Mein lieber Freund, da weht aber ein eiskalter Wind durch deinen Arbeitsvertrag“.

Es folgt die wohl populärste Nummer des Puppenspielers: Frosch Falkenhorst mit Darth-Vader-Maske auf der Puppenbühne. Mit typischen Bohrgeräuschen schraubt sich der stotternde Maulwurf empor. Frosch Falkenhorst verkündet: „Luke, ich bin dein Vater“. Die Antwort des Maulwurfs erntet tosendes Gelächter: „Wa, ne, ne, ne nicht Luken. Maulwurfn!“

Frosch Falkenhorst und Maulwurfn kommen sich näher. Foto: André Havergo.

Sprecherziehung mit Zungenbrecher

Nachdem die Maske gefallen ist, nutzt der Frosch, der genervt vom Stottern und Lispeln des Maulwurfs ist, die Gelegenheit für Sprecherziehung. Unter Lachsalven des Publikums übt er mit Maulwurfn den Zungenbrecher „Der kleine plappernde Kaplan klebt poppige peppige Pappplakate“. Daran verzweifelt Maulwurfn und beschwert sich beim Publikum: „Nicht immer nur ‚haha‘“.

Auch alte bekannte Nummern aus vergangenen Shows und TV-Auftritten werden vom Publikum gut angenommen, ebenso neue Nummern rund um den Eisbären Kalle, der unter dem Klimawandel leidet und auf seinem Eisberg in der Arktis lebt.

Gesangseinlagen zwischen den Stücken

Zwischen den Puppenstücken platziert Marik immer wieder Gesangseinlagen mit spitzen Texten, begleitet diese mit der E-Gitarre und macht Ausflüge ins Publikum.

In den kleineren Umbauphasen läuft auf der Leinwand eine mehrteilige Geschichte, wie die Puppen sich in der Bühnenpause des Puppenspielers (2012 bis 2015) wieder zusammenfinden und sich auf die Suche nach einem neuen Puppenspieler begeben. Jedoch finden sie keinen und landen dann doch wieder bei Rene Marik in der Alu-Puppenkiste.

Die zweite Hälfte des Abends unterhält dann mit einigen frischen Nummern, wie dem Mythos von König Artus und Excalibur, gespielt vom Maulwurfn. Mit lautem Gelächter und viel Applaus kommt diese beim Publikum gut an. Auch die Nebenfigur, der böse Hasskasper, kommt jetzt nicht zu kurz. Das Osnabrücker Publikum lernt aber auch, dass die Puppen in einer Art Parallelwelt leben, der sogenannten „Matrix“. Sie werden nur durch das Publikum und den Applaus zum Leben erweckt und führen ansonsten ein tristes Dasein in der Alupuppenkiste. Zum Schluss erwischt der Maulwurf seine große Liebe, die Barbie-Puppe „de Babe“, inflagranti mit Ken. Enttäuscht beendet er sein Leben auf der Autobahn 9. Bevor es in die Zugabe geht, beendet Marik das reguläre Programm passend mit der Solonummer: „Du sagtest, Du liebst mich“. Mit zwei Zugaben im Experiment-Stadium verabschiedet sich Rene Marik schließlich vom begeisterten Osnabrücker Publikum.

Ein gelungener Abend. Es ist faszinierend, wie Rene Marik durch Mimik und verschiedene Stimmlagen seinen Puppen Leben einhaucht. Auch „Chef“ Falkenhorst dürfte zufrieden gewesen sein: Das Publikum im Kongresssaal war bis zum Schluss begeistert.


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