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Aufbau neuer Arbeitsgruppen Künstliche Intelligenz: Osnabrück auf dem Weg zum DFKI-Standort

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Die Universität Osnabrück ist weit vorne auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Zum Beispiel wurde hier am Institut für Kognitionswissenschaft der menschenähnliche Roboter Lou entwickelt. Unser Bild zeigt Neuroinformatik-Professor Gordon Pipa und Studentin Laura Krieger im Gespräch mit der schlauen Maschine. Foto: Gert WestdörpDie Universität Osnabrück ist weit vorne auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Zum Beispiel wurde hier am Institut für Kognitionswissenschaft der menschenähnliche Roboter Lou entwickelt. Unser Bild zeigt Neuroinformatik-Professor Gordon Pipa und Studentin Laura Krieger im Gespräch mit der schlauen Maschine. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Osnabrück ist seinem Ziel, offizieller Standort des Deutschen Zentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) zu werden, ein Stück nähergekommen. Der Aufsichtsrat des DFKI habe dem Aufbau von jeweils zwei neuen Arbeitsgruppen in Osnabrück und Oldenburg zugestimmt, teilt das niedersächsische Wissenschaftsministerium mit.

Die Gruppen sollen sich mit Fragestellungen rund um die Umgebungswahrnehmung autonomer Systeme beschäftigen. Damit werde die Grundlage für vielfältige Anwendungen von der Landwirtschaftstechnik bis hin zur maritimen Technik gelegt.  

Enormes Potenzial für Wissenstransfer

"Die Entscheidung des DFKI bestätigt: Niedersachsen kann Künstliche Intelligenz", kommentierte Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) laut Mitteilung die künftige Partnerschaft mit dem weltgrößten Forschungszentrum seiner Art. Mit den neuen Arbeitsgruppen in Osnabrück und Oldenburg liefere das Land "erstklassige Forschung" und sei Ansprechpartner für die Unternehmen vor Ort. Weiter heißt es, die Kooperation mit Anwendern von Künstlicher Intelligenz (KI) wie Claas, Harting, Cewe, Volkswagen, Deutsche Messe oder Krone berge "enormes Potenzial für den Wissenstransfer zwischen Forschung und Wirtschaft".

Zweite Forschungsgruppe geplant

Einzelheiten zur neuen Partnerschaft wollen das DFKI sowie die beiden beteiligten niedersächsischen Hochschulen voraussichtlich Mitte der Woche bekannt geben, erklärte die Universität Osnabrück am Montag auf Anfrage unserer Redaktion. In einer ersten Stellungnahme ließ Präsident Wolfgang Lücke jedoch grob durchblicken, worum es geht: So werde in Osnabrück unter anderem eine Forschungsgruppe "Datengetriebene Wertschöpfungssysteme" aufgebaut, die sich mit der digitalen Erfassung, Aufbereitung und Nutzung von Daten befassen und "die Entwicklung von darauf aufbauenden Wertwirtschaftsmechanismen vorantreiben" soll. 

"Künstliche Intelligenz wird unser aller Leben in den kommenden Jahren nachhaltig verändern", erklärte Lücke. Diesen Wandel positiv zu gestalten und neue, bahnbrechende Entwicklungen zusammen mit der regionalen Wirtschaft von der Theorie in die Praxis zu überführen, sei maßgebliche Aufgabe des KI-Campus der Universität Osnabrück.  

Schlüsseltechnologie der Zukunft

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Osnabrück–Emsland–Grafschaft Bentheim sprach von einer "guten Nachricht für die Wirtschaft in unserer Region". Aus der Ansiedlung der Forschergruppen entstehe ein Standortvorteil im Bereich einer der wichtigsten Schlüsseltechnologien der Zukunft. "Dies ist zugleich ein Innovationsmotor für die Unternehmen", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf.

Der Osnabrücker Landtagsabgeordnete Burkhard Jasper (CDU) erkennt in der Partnerschaft Niedersachsens mit dem DFKI eine "Stärkung der Universität Osnabrück". Er selbst habe viele Gespräche mit Minister Thümler geführt, um das Projekt voranzubringen. 

Institut von Rang und Namen

Das DFKI unterhält bislang Standorte in Kaiserslautern, Saarbrücken und Bremen. Seit 2011 ist die Uni Osnabrück als Außenstelle des Bremer Robotics Innovation Center (RIC) mit dem DFKI verwoben. Das RIC entwickelt mobile Robotersysteme, die an Land, zu Wasser, in der Luft oder im All komplexe Aufgaben lösen können. Osnabrück konzentriert sich dabei auf Robotik-Anwendungen für die in der Region stark vertretene Agrarwirtschaft. Der Bereich "Planbasierte Robotersteuerung" wird nach Angaben der Uni Osnabrück durch die neue Partnerschaft Niedersachsens mit dem DFKI intensiviert.

"Die Gründung eines offiziellen DFKI-Standorts in Osnabrück wäre für den Hochschul- und Wirtschaftsstandort ein Riesengewinn", hatte Informatikprofessor und RIC-Außenstellenleiter Joachim Hertzberg unserer Redaktion bereits vor wenigen Wochen erklärt. Denn noch gebe es kein außeruniversitäres Forschungsinstitut von Rang und Namen in der Stadt.


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