Forum an der BBS Brinkstraße Eine digitalisierte Industrie braucht eine digitale Ausbildung

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An Versuchsmaschinen in der BBS Brinkstraße können (v.l.) Bastian Jödden, Gerd Heuer, Lyroy Schnaible und Christoph Tumbrägel digitalisierte Prozessabläufe darstellen. Foto: Elvira PartonAn Versuchsmaschinen in der BBS Brinkstraße können (v.l.) Bastian Jödden, Gerd Heuer, Lyroy Schnaible und Christoph Tumbrägel digitalisierte Prozessabläufe darstellen. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. "Industrie 4.0"? Bastian Jödden und seine Mitschüler müssen einen Moment überlegen, ob das nur ein Schlagwort ist. "Nein", sagen sie, "das ist es nicht." Aber hinter dem Begriff stecke viel mehr. Für die vier jungen Männer, allesamt Schüler an der BBS Brinkstraße, geht es um ihre berufliche Zukunft. Eine sichere Zukunft in einer zunehmend vernetzten Arbeitswelt.

Man könnte sich dem Thema, das an der BBS jetzt 140 Teilnehmer zu einem Bildungsforum zusammenführte, auch in Schlagworten nähern: Digitalisierung, Fachkräfte und der Mangel an den selben, Veränderungen in der dualen Ausbildung, Zukunft der industriellen Arbeitswelt.

Beginnen wir mit der Ausbildung: Jödden hat wie seine Mitschüler bereits eine Ausbildung im Fachbereich Elektrotechnik hinter sich. Auch Berufserfahrung können sie vorweisen. Dass sie nun wieder die Schulbank drücken, hat mit Veränderungen in ihren Jobs zu tun. Weiterbildung tut Not und so haben sie sich entschieden für zwei Jahre in Vollzeit noch einmal zur BBS Brinkstraße zurückzukehren. Die Unternehmen brauchen Mitarbeiter, die sich in einer vernetzten Welt der Dinge zurechtfinden. Damit ist nicht die per Smartphone gesteuerte Heizung daheim gemeint, sondern die komplexen Prozessabläufe industrieller Produktionsweisen. "Wir werden hier auf die sich immer weiter verbreitende Vernetzung vorbereitet", sagt Jöddens Mitschüler, Gerd Heuer.

Und damit wird klar, dass "Industrie 4.0" nicht nur in den Unternehmen gedacht wird, sondern auch andernorts eine immens wichtige Rolle spielen muss. Die Berufsbildenden Schulen sind da ganz weit vorne auf der Liste derer, die sich neu orientieren müssen. Und so wird aus "Industrie 4.0" – wen wundert´s – an den Schulen "Bildung 4.0". Nun fällt aber Bildung nicht vom Himmel, sondern will geplant und den Anfordernissen der Zeit angepasst sein. 

"Wir brauchen eine starke Vernetzung und Kooperation der Partner in der beruflichen Bildung", sagt der Leiter der BBS Brinkstraße, Martin Henke. Und so trafen sich in der Brinkstraße denn auch Vertreter aus Wirtschaft, Schule und Hochschule sowie vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), um in verschiedenen Vorträgen und Foren Konzepte und Umsetzungsbeispiele rund um das Thema „Berufsbildung 4.0“ zu diskutieren. Die Veranstaltung ist eine Transferveranstaltung für das Projekt „BBS fit für Industrie 4.0“ des Niedersächsischen Kultusministeriums und des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.

"Die Digitalisierung der Wirtschaft und Arbeit stellt berufliche Bildung vor neue Herausforderungen. " In dieser These fanden sich alle Teilnhemer des Forums wieder. Systemwissen, IT-Kompetenzen und interdisziplinäre Kompetenzen werden in der beruflichen Bildung an Bedeutung gewinnen. Darauf müssen sich die Ausbildungsbetriebe aber auch die Berufsschulen einstellen.

Nun gilt es die Qualifikationsanforderungen in Lehrpläne zu gießen, nach denen Jödden, seine Kollegen, vor allem auch die nachwachsenden Berufsschülergenerationen unterrichtet werden, damit sie fit sind für die vernetzte Welt der Industrie.


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