Shitstorm gegen Osnabrücker Disko Nize-Club zieht „Casanova-Party“ nach Sexismus-Vorwürfen zurück

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Ärger um eine Single-Party: Der Osnabrücker Nize Club hat sich einen Shitstorm eingefangen. Symbolfoto: dpaÄrger um eine Single-Party: Der Osnabrücker Nize Club hat sich einen Shitstorm eingefangen. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Der Nize Club an der Dammstraße hat sich in den letzten Jahren zu einer festen Größe in der Partyszene Osnabrücks entwickelt. Jetzt sieht sich die Geschäftsführung mit einem Shitstorm konfrontiert: Es geht um den Vorwurf des Sexismus'.

Insbesondere mit dem folgenden Angebot an die männlichen Partygäste brachte er wohl die Nutzer gegen sich auf: "Schaffst du es heute Hand in Hand mit einer Frau den Club zu verlassen bezahlst du nur die Hälfte deiner Verzehrkarte" [sic]. 

Frauenverachtende Formulierung?

So stand es in der Ankündigung für die Veranstaltung am 24. November, die über Facebook geteilt wurde. "Eine dämliche, frauenverachtende Abschleppnummer", befanden einige Nutzer. Der Eintrag wurde vielfach geteilt und kommentiert. Dabei sei die Aktion eigentlich nur "als Anreiz zum Kennenlernen" gedacht gewesen, hieß es auf Anfrage unserer Redaktion aus der Geschäftsführung des Clubs. 

Ein Sprecher verwies auf andere Veranstaltungen sowie TV-Sendungen, die deutlich sexistischer angelegt seien. Bei der Abiparty "Unzensiert" im Lingener Joker etwa galt das Angebot: "Die ersten 10 Gäste die ihr Getränk in Unterwäsche bestellen müssen dafür NICHTS ZAHLEN!" [sic]

Der Nize Club habe sich dagegen in der Vergangenheit als offener und bunter Club einen Namen gemacht, unter anderem mit regelmäßigen "Gay Nights" für ein homosexuelles Publikum und als Gastgeber der "Hottendeele", einer Party-Reihe für Menschen mit und ohne Behinderung. "Dass uns wird etwas vorgeworfen was wir nicht sind, wegen einer falschen Formulierung, finde ich schade", sagte der Sprecher. 

Nize-Club rudert zurück

Trotzdem wurde die Veranstaltung inzwischen abgesagt. "Wir wollen niemanden vor den Kopf stoßen", so die Geschäftsführung. Am 24. November soll alternativ nun eine Ü30-Party stattfinden. Der Erlös aus den Eintrittsgelder werde an ein Frauenhaus gespendet, auch um ein versöhnliches Zeichen an die aufgebrachten Osnabrücker zu senden. Zumindest bei einigen ist das offenbar auch so angekommen: "Ich wünsche euch eine erfolgreiche Party und gute Einnahmen für die Frauenhäuser – das Geld wird dringend benötigt", schrieb eine Nutzerin.


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