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09.11.2018, 19:31 Uhr MEINUNG

Gestiegene Mieten bei Vonovia in Osnabrück: Ein Legaler Skandal

Kommentar von Jean-Charles Fays

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Osnabrück. Der Marktführer unter den Wohnungsvermietern hat auch eine besondere soziale Verantwortung. Es kann nicht sein, dass die Ärmsten die Zeche zahlen, wenn Deutschlands größter Wohnkonzern den Wert der eigenen Immobilien steigert. Eine Mieterhöhung um 47 Prozent ist unverschämt. Der gesellschaftliche Skandal ist, dass diese legal ist.

Möglich macht es eine Modernisierungsumlage, die es dem Vermieter erlaubt, dauerhaft pro Jahr elf Prozent der Kosten auf die Mieter abzuwälzen. Obwohl die Kosten nach etwa neun Jahren bezahlt sind, trägt der Mieter auch danach noch die erhöhte Miete. Wenn die Bundesregierung diese Umlage nun auf acht Prozent pro Jahr senken will, macht das die Sache nicht viel besser. Es ändert nur, dass es dreieinhalb Jahre länger dauert, bis der Mieter die Kosten abbezahlt hat. Das Problem, dass die Mieterhöhung dauerhaft gilt, bleibt. 

Es ist richtig, Gebäude energetisch zu sanieren. Es entsteht aber der Eindruck, dass Vonovia einkommensschwache Mieter oder Hartz-IV-Empfänger herausmodernisiert. Hinzu kommt, dass die Ersparnis bei den Nebenkosten nur einen Bruchteil der Mieterhöhung ausmacht. Die Friedensstadt sollte mit Vonovia darüber sprechen, denn die meisten der 3500 Wohnungen, die die Stadt mit der Wohnungsbaugesellschaft OWG in 2004 verkauft hat, sind nun im Besitz des Immobilienriesen.


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