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Die echte Sisi starb einen grässlichen Tod

Die Rolle der Die Rolle der "Sissi" hatte Romy Schneider früh zum Publikumsliebling gemacht.

Herzschmerz, das war die Konstante im Leben der Film-Sissi, die so heftig liebte und doch nicht lieben durfte wie und wen sie wollte. Herzschmerz quälte gewissermaßen auch die echte Sisi Elisabeth von Österreich-Ungarn am 10. September 1898 in Genf nach dem Angriff eines Attentäters. Der habe sie, so erklärte sie sich ihren Schmerz im Brustbereich, gegen den Oberkörper geschlagen. Tatsächlich aber hatte er mit einer ganz feinen angespitzten Feile auf sie eingestochen und dabei ihr Herz verletzt. Ohne es zu wissen, verblutete Sisi innerlich. Und der Gipfel der Tragödie: Der Attentäter wollte eigentlich den Prinzen Henri Philippe d’Orléans ermorden. Der aber hatte seine Reiseroute geändert, und so traf es Sisi.

Der französische Anarchist Luigi Lucheni sah im Adel ohnehin schon nur lästige Parasiten, doch als der italienische König Umberto I. im Mai 1898 einen Arbeiteraufstand blutig niederschlagen ließ, schwor er blutige Rache. Er hatte jedoch kein Geld für eine Reise nach Italien. So blieb er in Genf, wo er gerade lebte, und versteifte sich auf Henri Philippe d'Orléans, als Prinz ein gerne genommenes Anschlagziel für einen wütenden Anarchisten. Doch Henri änderte seine Reisepläne und kam gar nicht nach Genf.

Zufällig erfuhr Lucheni vom Besuch der österreichischen Kaiserin, disponierte flugs um und lauerte Sisi vor ihrem Hotel auf – vorm Beau Rivage, wo am 11. Oktober 1987 Uwe Barschel sterben würde. Als Sisi sich zu einem Dampfer am Genfer See begab, stürmte Lucheni auf sie zu und stieß ihr eine Feile 8,5 Zentimeter tief in die Brust. Der Stich reichte bis in den Herzbeutel. Zunächst blieb die Wunde unentdeckt, Sisi klagte lediglich über Schmerzen. Nach mehreren Ohnmachtsanfällen starb sie jedoch noch am selben Tag.

Lucheni wurde festgenommen und jubelte, als Sisis Tod vermeldet wurde. Er griff mehrfach Gefängniswärter und den Gefängnisdirektor an, den er nach bewährter Manier zu erstechen versuchte. 1910 erhängte er sich in seiner Zelle mit einem Gürtel.

Obwohl es ein Sisi-Museum gibt und Schulen, Straßen, Plätze und Krankenhäuser nach ihr benannt wurden, ist die Erinnerung an die kapriziöse magersüchtige Kaiserin (Taille 46 Zentimeter, BMI 17) stark verblasst. Im Gedächtnis geblieben sind vor allem die drei Kitschfilme aus den Fünfzigerjahren, die zwar eine bezaubernde Romy Schneider hatten, aber kaum Ähnlichkeit mit historischen Begebenheiten.

 


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