Kulturausschuss hat getagt Mehr Geld für die Kultur – und marode Skulpturen in der Stadt

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Problemfall: Für den Umgang mit der Kunst im öffentlichen Raum hat die Stadt kein Konzept.  Solara zum Beispiel soll stark reparaturbedürftig sein. Foto: Michael GründelProblemfall: Für den Umgang mit der Kunst im öffentlichen Raum hat die Stadt kein Konzept. Solara zum Beispiel soll stark reparaturbedürftig sein. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Wie geht es Solara? Die bunte Skulptur vor der Osnabrückhalle ist offenbar stark reparaturbedürftig. Doch es fehlt ein Konzept für den Umgang mit der Kunst im öffentlichen Raum. Dabei erhöht sich 2019 der Kulturetat.

Geht es der Stadt gut, freut sich die Kultur. Deshalb darf der Kulturhaushalt im nächsten Jahr weiter wachsen, wenn auch nicht in dem Maße wie der Gesamthaushalt: 27,4 Millionen Euro soll er im nächsten Jahr umfassen, sagte die Kulturfachbereichsleiterin Patricia Mersinger nun dem Kulturausschuss. Das sind 1,9 Millionen Euro mehr als dieses Jahr, trotzdem bleibt der prozentuale Anteil des Kulturhaushalts am Gesamthaushalt auf historisch niedrigem Stand. Lag er im Jahr 2009 noch bei 6,7 Prozent, umfasst er 2019 lediglich 5,2 Prozent.

Marketingetats steigen

Trotzdem: Es gibt mehr Geld. Für das Museumsquartier erhöht sich der Ausstellungsetat im nächsten Jahr um 162000 Euro, wobei ein Viertel des Budgets ins Marketing fließen soll. Außerdem muss die Institution Drittmittel einwerben, und zwar soviel, dass der städtischen Anteil 100000 Euro jährlich nicht übersteigt. Auch das Remarquezentrum erhält zusätzliches Geld, um die Ausstellung „Weltweit Remarque“ vorzubereiten, mit der 2020 an den 50. Todestag des Schriftstellers gedacht werden soll. Ebenfalls mehr Geld soll die Stadtbibliothek erhalten: Der Medienetat soll um 119000 auf 360000 Euro steigen.

Der Kulturausschuss hat diese und weitere Vorschläge der Verwaltung alle einstimmig weitergegeben; jetzt haben Finanzausschuss und letztlich der Rat der Stadt das Wort. Auffällig ist dabei eine neue Schwerpunktsetzung: Die Stadt setzt auf die Kraft der Kultur als Motor, um den überregionalen Bekanntheitsgrad Osnabrücks zu erhöhen. Deshalb steigen die Budgets für Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Davon profitieren das zentrale Marketingbudget, das Museum am Schölerberg, die Kunsthalle und das Büro für Friedenskultur.

Wer restauriert die „Identifikationsplastik“?

All diese Haushaltsfragen waren bereits in der letzten Sitzung ausführlich diskutiert worden und gingen entsprechend reibungslos über die Bühne. Mehr Diskussionsbedarf hat ein Thema geweckt, das seit vielen nur halbherzig angegangen wird: Wie soll die Stadt umgehen mit den Skulpturen, die öffentliche Plätze in der Stadt zieren? Der Handlungsdruck groß: Anhand der Großen Flügel-Skulptur von Heinz Mack, die „Identifikationsplastik“ vor der Osnabrückhalle machte Kunsthallenleiterin Julia Draganovic deutlich, wie wenig der derzeitige Zustand mit den Ideen des Zero-Künstlers übereinstimmt. Fest steht allerdings auch, dass die Kunsthalle die Arbeit mit dem derzeitigen Personal nicht leisten kann.

Wie häufig in solchen Diskussionen wird dann der Ruf nach dem ehrenamtlichen Engagement laut; in diesem Fall formulierten ihn Ingo Dauer und Günter Sandfort von der CDU. Immerhin: Die Dringlichkeit, das Problem anzugehen, ist erkannt. Und die Diskussion über die Kunst im öffentlichen Raum steht erst am Anfang. In einem prominenten Fall scheint die Realität zur Eile mahnen: Solara haben Stürme zugesetzt. Mit anderen Worten: Das Lieblingsobjekt aller Kinder ist offenbar stark reparaturbedürftig. Nicht irgendwann, sondern bald.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN