Historischer Bahnhof im Franziskanerkloster Ein Stück Lüstringen in Lego

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Christoph Ellermann hat in seinem Dachboden den historischen Bahnhof in Lüstringen aus Lego nachgebaut. Foto: Michael GründelChristoph Ellermann hat in seinem Dachboden den historischen Bahnhof in Lüstringen aus Lego nachgebaut. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Man sieht sie wieder – leuchtende Kinderaugen beim wälzen von Spielzeugkatalogen für den Wunschzettel. Auf manch einer Liste für das Christkind steht Lego seit Jahrzehnten ganz oben. Auch für Christoph Ellermann ist das Bauen mit den bunten Plastiksteinen eine wunderbare Freizeitbeschäftigung und der 39-Jährige weiß: "Lego ist wesentlich mehr als ein Kinderspielzeug."

Da, wo sich manch anderen verschwitzt der Magen verkrampft und die Lust vergeht, beginnt für Christoph Ellermann die Entspannung: Berge von Legosteinen sortieren nach Größe, Form und Farbe – "Das hat für mich schon fast meditativen Charakter." Wie viele Kunststoffsteinchen er genau hat, kann er allenfalls schätzen. "Irgendwo zwischen 300.000 und 500.000."

Die sammelt der 39-Jährige akribisch auf Flohmärkten zusammen. "Ich kaufe alles von Kindern und Jugendlichen, die nicht mehr damit spielen." Das halte die Kosten für sein Hobby vergleichsweise gering. Lediglich ganz spezielle Steine kauft er im Legoladen in Leipzig. Etwa die vielen glatten Kacheln, die er für den Nachbau des alten Lüstringer Bahnhofs benötigte. Bahnsteige samt Haupt- und Nebengebäuden galt es, Steinchen für Steinchen ins Legomodell umzusetzen – möglichst historisch korrekt. Als Vorlage diente ihm dabei die Reproduktion einer historischen Aufnahme, die die Neue Osnabrücker Zeitung in einem Beitrag über das Bahnhofsgelände veröffentlichte.

Diese Aufnahme des Bahnhofs Lüstringen aus dem Jahre 1908 diente Christoph Ellermann als Vorlage für seinen Lego-Nachbau. Foto: Archiv/Repro/Pieper


Er verwendete Lego-Fenster aus den 80ern – die werden seit 20 Jahren gar nicht mehr verkauft – mit Steinen aus Sets, die es erst seit fünf Jahren gibt, wie die Backsteine für das Fachwerk des alten Güterschuppens. "Das ist es, was mich auch an Lego so fasziniert", sagt Ellermann. "Man kann Altes mit Neuem kombinieren; es gibt nahezu unendliche Möglichkeiten, sich kreativ auszuleben." Jeder könne damit das tun, was er möchte. "Aus denselben Steinen bauen 20 Leute 20 komplett verschiedene Sachen." Nur eines sei unter Legobauern absolut verpönt: Fremdmaterial zu verbauen. Das sei vielleicht auch der große Unterschied zum normalen Modellbau.

Die Steine der Kindheit

Legobauer Christoph Ellermann begann klein, mit sechs Jahren. "Meine ersten Sets waren ein kleiner Abschlepper und ein gelber Sattelschlepper." Doch selbst als Kind sei es ihm bald zu langweilig gewesen, nach vorgefertigten Plänen zu bauen. "Ich wühle gern in großen Kisten mit vielen Steinen und lasse mich einfach inspirieren", schwärmt er. Als Jugendlicher verlor er jedoch irgendwann das Interesse an dem Spielzeug. Die Steine seiner Kindheit blieben im Elternhaus zurück. Bis Ellermann 2011 auf die Idee kam, sein Wohnhaus aus Lego nachzubauen. "Von da an hat mich das einfach nicht mehr losgelassen."

Eisenbahnanlagen waren da noch gar kein Thema. Dafür begeisterte ihn erst sein Kumpel, der ihn bis heute unterstützt. Gleisanlagen und Züge durchziehen nun seine rund 30 Quadratmeter Basteldachkammer in Lüstringen. Ortsverbunden gehört da natürlich ein Modell des alten Lüstringer Bahnhofs dazu.

Der historische Bahnhof in Lüstringen – nachgebaut aus Lego. Foto: Michael Gründel


Betreten erlaubt, spielen erwünscht

Mittlerweile hat Ellermann selbst Kinder, drei an der Zahl. Und auch ihnen bleibt der Weg in das Bastelreich ihres Vaters nicht verwährt. "Natürlich dürfen meine Kinder ins Legozimmer und damit spielen." Er baue schließlich sehr stabil. Und wenn doch einmal etwas runterfällt? "Das ist nicht so tragisch. Vielleicht manchmal ärgerlich – aber nicht schlimm", lacht der stolze Vater. "Dann wird's eben wieder zusammengebaut – gemeinsam versteht sich." Lego, das ist eben etwas für Große und Kleine.

Großer Bahnhof im Franziskanerkloster

Und die bekommen sicherlich dieses besondere Leuchten in den Augen, zum Beispiel, wenn sie gemeinsam die Modellbauausstellung der Eisenbahnfreunde Osnabrück am Samstag und Sonntag, 10. und 11. November, jeweils 10 bis 18 Uhr, im Franziskanerkloster, Bramscher Straße 158 besuchen. Hier stellt auch Ellermann das Lüstringer Bahnhofsmodell und weitere Stücke aus. "Ich freue mich, mein Modell einmal in voller Größe zeigen zu können und damit auch noch die Wärmestube und die Eisenbahnfreunde in ihrem 25-jährigen Tun zu unterstützen", sagt Christoph Ellermann. Denn der Erlös der Ausstellung geht zu 100 Prozent an die Wärmestube Osnabrück.

 


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