Neue Masche Bahntickets für 11.000 Euro: Osnabrücker wird Opfer von Internetbetrügern

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Eine neue Masche von Internetbetrug hat sich jetzt in Osnabrück abgespielt: Unbekannte kaperten den E-Mail-Account von Joachim Budke und kauften sich auf seine Rechnung Bahntickets für rund 11.000 Euro. Symbolfoto: imagoEine neue Masche von Internetbetrug hat sich jetzt in Osnabrück abgespielt: Unbekannte kaperten den E-Mail-Account von Joachim Budke und kauften sich auf seine Rechnung Bahntickets für rund 11.000 Euro. Symbolfoto: imago

Osnabrück. Eine neue Masche von Internetbetrug hat sich jetzt in Osnabrück abgespielt: Unbekannte kaperten den E-Mail-Account von Joachim Budke und kauften sich auf seine Rechnung Bahntickets für rund 11.000 Euro. Eine Reise hatten die Kriminellen aber nicht im Sinn.

Joachim Budke fiel nach eigenen Angaben fast aus den Schuhen, als er in der vergangenen Woche auf seinen Kontostand blickte. Mehr als 11.000 Euro hatte die Deutsche Bahn von seinem Konto abgebucht – ein Vielfaches dessen, was der Pendler sonst für Tickets ausgibt. In der Regel bucht der Osnabrücker seine Fahrkarten – er pendelt berufsbedingt zwischen Hildesheim und der Hasestadt – über die Smartphone-App der Bahn. "Ich zahle meist Beträge von 19 Euro oder etwas mehr. Als plötzlich diese Summe abgebucht wurde, war ich geschockt", sagt Budke im Gespräch mit unserer Redaktion.

Tickets für die Verbindung Nürnberg/London

Budke zückte sein Handy und wählte die Nummer der Bahn-Hotline. Tickets in diesem Umfang hatte er schließlich nicht bestellt. Nach einer Dreiviertelstunde in der Warteschleife wuchs die Gewissheit: Unbekannte hatten sich Zugang zu seinem Profil auf der Homepage der Bahn verschafft und in seinem Namen Tickets bestellt – für die Verbindung Nürnberg/London in der ersten Klasse samt Rückfahrt. 

Reservierungen kurze Zeit später storniert

Antreten wollten die Täter die Fahrt aber nicht: Wie sich herausstellte, wurden die Reservierungen kurze Zeit später wieder storniert. Die Rücküberweisung ging aber nicht auf Budkes Konto, sondern auf das der Täter. Bei der Bahn sind Betrügereien wie diese bekannt – als neue Masche von Kriminellen. "Zurzeit sind verstärkt betrügerische Aktivitäten zu verzeichnen, die auf sogenannten Phishing-E-Mails basieren" bestätigt ein Sprecher auf Anfrage unserer Redaktion.

Phishing

Phishing bezeichnet den Versuch, über gefälschte Webseiten oder E-Mails an persönliche Daten eines Internet-Nutzers zu gelangen. Mit diesen beispielsweise Zugangsdaten melden sich die Kriminellen bei Portalen an und begehen somit einen Identitätsdiebstahl. Ziel ist es, Konten zu plündern oder Waren zu bestellen. 
Phishing ist ein englisches Kunstwort, das sich aus den Begriffen "password harvesting" (Passworte sammeln) und "fishing" (Angeln) zusammensetzt.

Konkret hatten die Unbekannten tatsächlich die Kontrolle über Budkes E-Mail-Konto erlangt und sich darüber hinaus Zugang zu seinem Bahn-Account verschafft. Budke merkte davon nichts, bis die Abbuchung von seinem Konto erfolgte. "Von der Hilfe der Deutschen Bahn war ich schon enttäuscht. Dort wurde mir im Grunde nicht wirklich weitergeholfen. Ich wurde dort eher vertröstet", sagt Budke. Besser lief es im Zusammenspiel mit der Polizei und seiner Bank. Sein Bankberater riet ihm, alle Passwörter zu ändern, er veranlasste außerdem die erfolgreiche Rückbuchung des Betrags – was freilich einige Tage dauerte.

Bahn schränkt Bezahlvorgang ein

Als Reaktion auf die neue Betrugsmasche hat die Bahn die Abwicklung des Bezahlvorgangs geändert. "Als vorsorgliche Maßnahme können Sparpreistickets mit einem Wert von mehr als 150 Euro im Privatkundenportal auf bahn.de und im DB Navigator bis auf weiteres nur mit den Zahlarten Sofortüberweisung und Kreditkarte unter Abfrage des 3D-Secure-Passwortes bezahlt werden", sagt der Bahnsprecher. 

Auf den 11.000 Euro bleibt Budke übrigens nicht sitzen. "Stellen Kunden unberechtigte hohe Abbuchungen für Fahrkarten von ihrem Konto fest, dann sollten sie die Lastschrift durch ihre Bank widerrufen lassen und sich umgehend mit uns in Verbindung setzen. Wir wollen natürlich nicht, dass den Kunden durch diese betrügerische Aktivitäten irgendein Schaden entsteht", so der Sprecher. Außerdem rate er zu einer Anzeige bei der Polizei.


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