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Zuschlag für S-Bahn Hannover Osnabrücker Nordwestbahn zieht Milliardenauftrag an Land

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Mit modernen Fahrzeugen vom Typ Stadler Flirt will die Nordwestbahn in der Region Hannover ihre Fahrgäste künftig sicher und komfortabel ans Ziel bringen. Grafik: TransdevMit modernen Fahrzeugen vom Typ Stadler Flirt will die Nordwestbahn in der Region Hannover ihre Fahrgäste künftig sicher und komfortabel ans Ziel bringen. Grafik: Transdev

Osnabrück. Die Nordwestbahn (NWB) soll ab Dezember 2021 für zwölfeinhalb Jahre das komplette Netz der S-Bahn Hannover betreiben. Mit einem Gesamtwert von über 1,5 Milliarden Euro ist es der größte Bahnauftrag in der Geschichte des Osnabrücker Eisenbahnunternehmens.

Die NWB setzte sich in einer europaweiten Ausschreibung gegen drei Mitbewerber durch. Das Unternehmen sprach am Mittwoch von einem "Meilenstein". Jedoch fiel die Entscheidung zugunsten der Osnabrücker erst vor Gericht. Bisheriger Betreiber des S-Bahnnetzes Hannover ist die DB Regio. 

Der neue Auftrag beinhaltet eine jährliche Fahrleistung von 9,3 Millionen Zugkilometern. Konkret geht es um zehn Linien rund um die niedersächsische Landeshauptstadt mit Verbindungen von Nienburg und Celle im Norden bis nach Minden und Hildesheim im Westen und Paderborn im Süden. Die Betriebsaufnahme ist zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 geplant. Der Verkehrsvertrag läuft über zwölfeinhalb Jahre bis Juni 2034. 

Stichwort Nordwestbahn

Seit der Gründung im Jahr 1999 hat sich die Nordwestbahn (NWB) nach eigenen Angaben zu einem der größten Eisenbahnunternehmen Deutschlands entwickelt. Mit 950 Mitarbeitern betreibt es zurzeit 20 Linien zwischen Niederrhein, Ruhrgebiet, Ostwestfalen, Weserbergland, Osnabrück, Bremen, Bremerhaven und Nordsee. Das gesamte Streckennetz umfasst laut NWB 1500 Kilometer, die Zahl der Fahrgäste beträgt 40 Millionen pro Jahr. Das Unternehmen ist Teil der Transdev-Gruppe und hat seinen Sitz in Osnabrück.


Wirtschaftlichstes Angebot abgegeben

Verantwortliche Aufgabenträger sind die Region Hannover, die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL). Nach Angaben der LNVG wurden die entsprechenden Beschlüsse bereits im Mai 2018 gefasst. Anschließend gab es ein Nachprüfungsverfahren, in dem die Vergabekammer Lüneburg die Entscheidung der drei Aufgabenträger bestätigte und in der zweiten Instanz das Oberlandesgericht Celle den Zuschlagsstopp aufhob. Damit war der Weg frei für die Erteilung des Zuschlags. "Ein solches Vergabeverfahren lässt keinen Ermessensspielraum", stellte Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region Hannover, in einer LNVG-Mitteilung vom Dienstag klar. "Die Kriterien sind im Vorfeld definiert, am Ende bekommt der Bieter mit dem wirtschaftlichsten Angebot den Zuschlag."

Mehr Sicherheit und Komfort für Fahrgäste

Wie die NWB mitteilt, soll das benötigte Betriebspersonal für das S-Bahnnetz Hannover von DB Regio übernommen werden. Die Zugflotte wächst im Vergleich zu heute um 9 auf künftig 77 Einheiten – darunter 64 Neufahrzeuge vom Typ Stadler Flirt, für die Transdev 315 Millionen Euro ausgibt. Die Fahrzeuge sind ausgestattet mit jeweils 180 Sitzplätzen, 217 Stehplätzen und erreichen in der Spitze Tempo 160. 

Mehr Sicherheit und mehr Komfort für Fahrgäste: Das waren auch laut LNVG Ansprüche, welche die Aufgabenträger für die Ausschreibung formuliert hatten. So wird in jedem Zug ein Zugbegleiter mitfahren. Alle Züge werden barrierefrei zugänglich sein, auch im Fahrgastraum wird es nur im Bereich der Fahrerkabinen Stufen geben. In den stark nachgefragten Linien S1, S2 und S5 werden mehr Sitzplätze zur Verfügung stehen als bislang. Zudem wird jeder Zug mit WC und drahtlosem Internetzugang (WLAN) ausgestattet sein. 


„Für die Transdev-Gruppe und die Nordwestbahn ist der Gewinn ein herausragender Erfolg und der größte Bahnauftrag in unserer Unternehmensgeschichte" Tobias Heinemann, Sprecher der Transdev-Geschäftsführung


Mutterkonzern feiert "herausragenden Erfolg"

"Wir freuen uns sehr über das in uns gesetzte Vertrauen und dass wir die Aufgabenträger mit unserem wirtschaftlichen und kundenorientierten Angebot überzeugen konnten", sagte Tobias Heinemann, Sprecher der Geschäftsführung des NWB-Mutterkonzerns Transdev. Für die Transdev-Gruppe, nach eigenen Angaben Deutschlands größter privater Betreiber von Bahn- und Busverkehren, sowie für die Nordwestbahn sei die gewonnene Ausschreibung "ein herausragender Erfolg" und mit einem Auftragsvolumen von mehr als 1,5 Milliarden Euro "der größte Bahnauftrag in unserer Unternehmensgeschichte". 

Rolf Erfurt, Vorsitzender der NWB-Geschäftsführung, nannte den Auftrag einen "Meilenstein für die Zukunft". Er unterstreiche die Stellung des Osnabrücker Eisenbahnunternehmens in Niedersachsen. "Wir sind uns unserer Verantwortung für die Mobilität der Region Hannover bewusst und haben in den vergangenen Monaten bereits intensiv an den Vorbereitungen für den Betriebsstart gearbeitet." Darüber hinaus stärke die gewonnene Ausschreibung auch den Unternehmenssitz in Osnabrück.


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