„Im Stau ist alles für die Katz“ Osnabrücker Verkehrsverbände: Busse müssen Vorrang haben

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Das neue Busliniennetz ist gut, aber ohne Busbeschleunigung gibt es keinen Fortschritt, sagen die Osnabrücker Verkehrsverbände. Foto: David EbenerDas neue Busliniennetz ist gut, aber ohne Busbeschleunigung gibt es keinen Fortschritt, sagen die Osnabrücker Verkehrsverbände. Foto: David Ebener

Osnabrück. Die Verkehrsverbände in Osnabrück fordern die Stadt auf, konsequent für die Busbeschleunigung einzutreten. Nach Jahren des Redens müsse der Rat zum Handeln kommen und für 2019 im Haushalt ausreichende Mittel bereitstellen, betont Klimabeiratsmitglied Thomas Polewsky.

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD), die Stadtbahninitiative (SBI) und die Initiative Haller Willem (IHW) begrüßen in einer gemeinsamen Pressemitteilung die Bereitschaft des Rates, das Busliniennetz über zusätzliche Geldmittel spürbar zu optimieren. „Wenn aber die Busse auch im neuen Netz im Stau stehen, ist alles für die Katz“, so Polewsky. Nur über eine Busbeschleunigung könnten entscheidend mehr Fahrgäste gewonnen und die Einnahmen erhöht werden.

Positiv bewerten die Verbände das Vorhaben „Umweltverbundvorrangachse Bramscher Straße“. Wer mit dem Bus von und nach Wallenhorst pendelt, habe mit der neuen Linienführung demnächst zwei Staupunkte weniger, erklärt Heinrich Klumpe von der Stadtbahninitiative. Sowohl am Hasetor stadteinwärts als auch stadtauswärts an der Haster Mühle bekämen die Busse bevorzugt freie Fahrt und stünden dann nicht mehr mit den Autos im Stau.“

Perspektivisch seien die wachsenden Fahrgastmengen aber nur sinnvoll und komfortabel über eine Stadtbahn zu bewältigen, betont der Wallenhorster. Als erstes müsse allerdings dringend der Bus wesentlich attraktiver gemacht werden, um die Gewohnheit, das eigene Auto zu nutzen, zu brechen.

Die Initiativen weisen darauf hin, dass in vielen Fällen der Bus auch ohne bauliche Maßnahmen schneller werden könne. Die „elektronische Busspur“ sorge dafür, dass der Bus an Ampeln freie Fahrt bekomme. Dies setze den Willen voraus, die derzeit auf den Autoverkehr ausgerichteten Schaltungen geringfügig zu verändern. „Der Autofahrer merke gar nicht, wenn er alle fünf oder zehn Minuten, sobald ein Bus kommt, einige Sekunden mehr Rot habe, stellte Polewsky fest. Für einige Dutzend Fahrgäste im Bus sei es aber der entscheidende Zeitvorteil.


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