Häschen und Karriereleitern Galerie Kunstgenuss präsentiert Künstlerinnen aus Köln

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Ausstellung von Sabine Endres, Agii Gosse und Herbert Telieps in der Galerie KunstGenuss Foto: Hermann PentermannAusstellung von Sabine Endres, Agii Gosse und Herbert Telieps in der Galerie KunstGenuss Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Gegensätzliches und Gemeinsames bringen Sabine Endres und Agii Gosse mit ihrer Ausstellung in der Galerie Kunstgenuss zusammen.

Diese Künstlerinnen haben nichts gemeinsam – denkt man. Popart mit Schmetterlingen kreiert die eine, nicht gegenständliche Malerei mit einer Drift zum Gestischen die andere. Trotzdem stellen die Beiden gemeinsam aktuelle Werke in der Galerie Kunstgenuss aus. Beim Gang durch die Galerie entdeckt man neben ihren Leinwandarbeiten allerdings diese kleinen Figuren, die sie anfertigen. „Bügelflitzer“ oder „Pinselpunks“ heißen die Objekte bei Sabine Endres, während Agii Gosse kleine Spielzeugtiere mit Propagandaplakaten zur Demonstration schickt. Der Witz, der aus diesen Objekten spricht, verbindet sie.

„Hiermit trete ich aus der Kunst aus“, konstatiert ein Spielzeughase auf einem Protestplakat, derweil zwei Nachwuchshasen „Ich auch, ich auch!“ assistieren. Andere Miniaturmümmelmänner widmen sich dem Ernährungssektor: „Auch ich bin Veganer“ ist auf einem Schild zu lesen. Oder Gosse äußert sich mittels ihrer Häschen kritisch zum Kunstmarkt: „Kunst = Kapital“.

Sabine Endres biegt derweil aus dünnem Draht „Karriereleitern“ oder „Netzwerke“ und nimmt damit ebenfalls gesellschaftlich Stellung. Die Objekte bilden einen Gegenpol zu den nicht gegenständlichen Bildern, die sie in vielen Schichten malt und zeichnet. Spontan entsteht ein Malgrund aus Acrylfarbe. Den variiert sie so lange, bis eine Komposition entsteht, mit Kontrasten und Konturen, deren Farblichkeit mit Öl intensiviert wird. Dann hängen an zufällig entstandenen Schlieren auch schon mal akzentuiert bunte Tropfen.

Ähnlich wie Andy Warhol setzt Agii Gosse dagegen auf den Wiedererkennungswert. In Popart-Manier proträtiert sie prominente Personen wie Alain Delon, Romy Schneider, Larry Hagman oder die Beatles. Mal mit Hund, mal mit Kuh, mal mit Katze, mal mit Erdmännchen, aber immer mit Schmetterling. Als Sinnbild für Schönheit und Sensibilität oder als mythisches Wesen, das Wiedergeburt und Unsterblichkeit symbolisiert, tummeln sich die bunten Falter auf all ihren Bildern. Nur bei Joseph Beuys können sie nicht landen. Der Kunstikone, bei der Agii Gosse an der Kunstakademie Düsseldorf lernte, widmet sie mit vier Collagen einen Art-Altar.

Zusammengebracht hat die beiden Künstlerinnen Peter Telieps mit seiner Kunstaktion Art4Peace. An dem Projekt, das Künstler mit Statements für Frieden und gegen den Krieg zu einem Netzwerk zusammenführt, hatten die beiden in Köln lebenden Künstlerinnen bereits vor drei Jahren teilgenommen. Anlässlich ihrer aktuellen Ausstellung in der Galerie Kunstgenuss hat Telieps wieder eine kleine Kollektion von Objekten ausgewählt, die per Internetsignal Friedensbotschaften bei Twitter generieren.


Galerie Kunstgenuss (Liebigstraße 29): Malerei, Collage und Objektkunst von Sabine Endres und Agii Gosse. Bis 13. Januar, Do. 14-20 Uhr, So. 14-18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter 0170 – 83 50 320

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