"Über Stadtgrenzen hinaus denken" Osnabrück will besser mit dem Landkreis zusammenarbeiten

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Osnabrück. Für die Grünen geht die regionale Kooperation mit dem Landkreis nicht weit genug. Sie bringen das Thema im Osnabrücker Rat zur Abstimmung. Dort wurde mehrheitlich einem 11-Punkte-Plan zugestimmt.

Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis Osnabrück ist aus Sicht der Osnabrücker Grünen nicht eng genug. Sie verlangen von der Verwaltung ein Konzept, "auf dessen Grundlage die politische Arbeit in und für die Region Osnabrück und mit den umliegenden kommunalen und regionalen Strukturen weiterentwickelt werden kann", wie es in einem entsprechenden Antrag heißt. "Wir müssen beim ÖPNV regionaler werden und über die Stadtgrenzen hinaus denken", sagt Volker Bajus (Grüne). Wenn ein Schüler aus dem Landkreis für ein Busticket weniger als ein Schüler aus der Stadt bezahlen müsse, dann sei das schlecht.

Früher habe es eine Stadt-Umland Konferenz gegeben, die aber schon lange nicht mehr stattgefunden habe. Deshalb solle die Verwaltung erarbeiten, wie eine Reaktivierung der „Stadt-Umland Konferenz“ für Themen wie Flächenpolitik und ÖPNV-Angebot aussehen könne. Auch die Einrichtung eines Regionsausschusses von Landkreis und Stadt, eine Wiederbelebung der Strukturkonferenz Osnabrück (ehemals OBE) und eine Verbesserung des „Städtedreiecks MONT“ (Münster – Osnabrück – Netwerkstad Twente) soll analysiert werden.

Gemeinsame Gewerbegebiete

Dem Antrag stimmten SPD, FDP und Linke grundsätzlich zu. Doch die SPD wollte die Punkte nochmal in den Ausschüssen diskutieren, erklärte Frank Henning (SPD). Die CDU begrüßt den Antrag der Grünen. "Es ist wichtig, gemeinsam aufzutreten", sagt Fraktionsvorsitzender Fritz Brickwedde, der betont, dass sich die CDU regelmäßig mit der Landrats-CDU treffe. Den Grünen-Antrag erweitert die CDU um sieben weitere Felder auf einen 11-Punkte-Plan "für ein starkes Oberzentrum Osnabrück in einer starken Region". Die zusätzlichen Punkte drehen sich um Fragen der stärkeren Zusammenarbeit in puncto Wirtschaftsförderung, Gewerbegebiete, Volkshochschulen, Abfallwirtschaft, Kulturmarketing und der Möglichkeit einer gemeinsamen Imagekampagne.

Brickwedde gibt auch ein positives Beispiel der Kooperation: Ein Unternehmen in Hasbergen stehe halb auf Stadtgebiet und halb auf dem Gebiet des Landkreises. Die Gewerbesteuer werde sich geteilt. "Bevor ein Unternehmen abwandert, ist es gut, gemeinsam etwas Möglich zu machen", so Brickwedde.

Oberzentrum wird zur Chefsache

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert selbst mischte sich in die Diskussion ein. Natürlich sei eine intensive Zusammenarbeit zwischen Stadt und Region auch Chefsache. Darüber hinaus sei jedoch der gesamte Rat und "jede politische Partei selbst gefordert", sich zu engagieren. In seiner Rede betonte er, dass es aktuell 15 gemeinsame Projekte gebe. Gerade das Projekt MONT sei sehr erfolgreich. Dennoch wolle auch er weiter daran arbeiten. "Wir brauchen Struktur in unseren Projekten", sagt Griesert. Abzuwarten bleibt, ob die Forderung nach einem "Region-Ticket" kommt und Osnabrücker Schüler für ein Busticket dasselbe zahlen wie diejenigen aus dem Umland.


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