Universität Osnabrück Uni-Sinfonieorchester: Abschiedskonzert für Claudia Kayser-Kadereit

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Zum letzten Mal dirigierte Universitätsmusikdirektorin Claudia Kayser-Kadereit das Sinfonieorchester der Universität. Foto: Swaantje HehmannZum letzten Mal dirigierte Universitätsmusikdirektorin Claudia Kayser-Kadereit das Sinfonieorchester der Universität. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Vor 25 Jahren hob Claudia Kayser-Kadereit das Sinfonieorchester der Universität aus der Taufe. Nun gab sie den Taktstock an Joachim Siegel weiter – und ein letztes, großes Geburtstagskonzert mit einer ihr gewidmeten Uraufführung.

Der Universität geht die scheidende Orchestergründerin und -leiterin nicht verloren. Ganz im Gegenteil: Noch intensiver als bisher wird die Musikpädagogin, Dirigentin und Universitätsmusikdirektorin, die mehr denn je „Musik als kulturelles Bindeglied in Europa“ versteht, sich fortan den wissenschaftlichen Beziehungen vor allem zu Italien widmen. Dazu passte es gut, dass die Uraufführung der ihr gewidmeten Vertonung von Goethes Erster Römischen Elegie durch den italienischen Komponisten Flavio Colusso, der selbst aufgrund einer zeitgleichen weiteren Premiere in Rom leider nicht anwesend sein konnte, im Zentrum des Jubiläums- und Abschiedskonzertes in der voll besetzten Schlossaula stand. 

Chronik dokumentiert Kreativität

Die in einer neuen Chronik zusammengefassten kreativen Programmideen von Kayser-Kadereit boten auch immer wieder verschiedenen Solisten die Gelegenheit sich zu präsentieren. Am Sonntag war es Sopranistin Sigrid Heidemann, der Colusso sein erstes deutschsprachiges Werk nach eigenem Bekunden „in die Kehle geschrieben“ hat und die dieses Geschenk mit der gebotenen Inbrunst intonierte. Mit stereofon im Raum verteilten Glockenschlägen wurde dem elegischen Ansinnen Goethes, die Steine der Ewigen Stadt zum Sprechen zu bewegen, erstmals auch musizierend und singend Rechnung getragen. 

Musikalische Lücken gefüllt

Buchstäblich Fahrt aufgenommen hatte das Konzert zuvor mit Silvestris Filmmusik aus dem “Polar Express“, in den auch zahlreiche ehemalige Orchestermitglieder mit einsteigen durften und für einen satten Klang sorgten. Das von Kayser-Kandereits erster Konzertmeisterin Monika Neumann arrangierte, seinerzeit noch ohne Schlagwerk aufgeführte „Rondo di quindici“ erlebte in der Schlossaula endlich seine Komplettierung. Und nachdem mit Humperdincks „Abendsegen und Traumpantomime“ der Bogen noch einmal zurückgeschlagen wurde zum allerersten Weihnachtskonzert des im selben Jahr 1993 gegründeten Orchesters, erfüllte sich Kayser-Kandereit zum furiosen Abschluss ihres ein Vierteljahrhundert lang gelebten Jugendtraumes noch einen persönlichen Wunsch – in Form von Mussorgskys dramatischer „Nacht auf dem kahlen Berge“, die aber gleichwohl am Ende im sanftem Wohlklang hoffnungsfroh strahlend die Sonne aufgehen lässt. 

Orchester-Express fährt weiter

So symbolisierte diese weitere Premiere vorzüglich, dass und wie es mit dem Sinfonieorchester der Universität weitergeht. Nachdem Kayser-Kandereits Nachfolger Joachim Siegel sie mit einer gelesenen „Sinfonia Claudia“ und einem musikalischen Strauss „Habe Dank“ in Verlegenheit gebracht hatte, überreichte seine Vorgängerin ihm einen noch unberührten Dirigenten-„Zauberstab“ mit Leuchtstern und grünen Band – in der Hoffnung, dass ihr sinfonisches Geburtstagskind auch weiterhin stets „offen, fair, tolerant und Neuem gegenüber kritisch wohlwollend “ bleibe.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN