Problemkind Neumarkt Osnabrück wird Stickstoffdioxid-Grenzwert wohl auch 2018 reißen

Der Neumarkt bleibt das Problemkind in Osnabrück: Die NO2-Konzentration ist dort weiterhin erheblich zu hoch. Foto: Michael GründelDer Neumarkt bleibt das Problemkind in Osnabrück: Die NO2-Konzentration ist dort weiterhin erheblich zu hoch. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und es zeichnet sich ab, dass der erlaubte Grenzwert für das giftige Stickstoffdioxid am Neumarkt auch 2018 deutlich überschritten wird. Wesentlich besser sieht es am Schlosswall aus.

Neuer Graben (Neumarkt): 58,6 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft (µg/m³) maß der Schadstoffsammler am Neuen Graben in der ersten Septemberhälfte – der höchste Wert seit August/September 2017, als dieser 60,4 Mikrogramm gemessen hatte. In der zweiten Septemberhälfte sank der Wert auf 50,5 Mikrogramm. Zahlen für Oktober liegen noch nicht vor.

Der Mittelwert für der ersten drei Quartale beträgt nun 48,1 Mikrogramm – 20 Prozent über dem von der EU erlaubten Grenzwert von 40 Mikrogramm, wie aus vorläufigen Zahlen des Lufthygienischen Überwachungssystems Niedersachsen hervorgeht. Um den Grenzwert am Jahresende einzuhalten, dürfte die Belastung in den letzten drei Monaten des Jahres nur je rund 37 Mikrogramm betragen.

Deutliche Verbesserung im langfristigen Vergleich

Im langfristigen Vergleich ist jedoch eine deutliche Verbesserung zu erkennen. In den Jahren 2011 und 2012 hatte der Jahresmittelwert 63 und 62 Mikrogramm betragen. Aber: Nach einem vergleichbar guten Wert von 43 Mikrogramm im Jahr 2015 stieg der Wert wieder deutlich in den beiden darauffolgenden Jahren auf je 48 Mikrogramm.

Schlosswall: Deutlich besser ist die Aussicht am Schlosswall: Nach zehn Monaten beträgt der Mittelwert dort nun 41 Mikrogramm – also nur knapp über dem erlaubten Grenzwert von 40.

Wert muss überall eingehalten werden

Solange der Wert am Neumarkt aber deutlich zu hoch bleibt, ist der vom Schlosswall nahezu irrelevant. Denn nirgends in einer Stadt darf der Grenzwert überschritten werden. Zur Erinnerung: Osnabrück steht weiterhin „sehr weit vorne“ auf der Sünderliste der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die mit einer Klage gegen die Stadt droht. Immer mehr Städte mussten oder müssen Dieselfahrverbote einführen.

Richten soll es unter anderem ein umweltsensitives Verkehrsmanagementsystem (UVM). Der Rat hatte die Anschaffung des technischen Ampelsystems für 3,826 Millionen Euro jüngst beschlossen.

Niedersachsens Umweltminister hatte vor Kurzem angekündigt, die Messstationen im Land überprüfen zu lassen. Womöglich kämen alternative Standorte in Frage – die Ergebnisse zweifele er jedoch nicht an. Das zuständige Gewerbeaufsichtsamt in Hildesheim hatte schon zuvor den Standort am Schlosswall als EU-rechtskonform erklärt.


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