Hypnotisch betörende Beats Elektro-Formation Haión „fully plugged“ in der Osnabrück-Halle

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Flache Hierarchien herrschen beim Osnabrücker Sound-Kollektiv Haión. Foto: Hermann PentermannFlache Hierarchien herrschen beim Osnabrücker Sound-Kollektiv Haión. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Starker Auftritt in der Osnabrück-Halle: Das innovative Osnabrücker Sound-Kollektiv Haión mischt weiterhin die Elektropop-Szene auf.

Eine perfekte Liaison aus Optik und Akustik bot das von Auszubildenden der Osnabrück-Halle und des Starlight Showservice initiierte und organisierte „fully plugged“ Ersatz-Event für das in diesem Jahr pausierende Offline-Electronic-Music-Festival. Während das obere Foyer in kühles Licht getaucht war, heizten aus dem Aufzug heraus erst DJ Moonaddicted und später Stil & Bense allen Tanzwütigen ein, die es sich nicht gerade auf einem der Sitzsäcke der ausgiebig genutzten Lümmel-Lounge der Filmpassage bequem gemacht hatten. Mit einer ruhigen Elektro-Folk-Welle aus dem E-Piano und einem entspannten Meer aus ambitionierten Ambient-Klängen flutete David Georgos aus Stuttgart alias Memum den Derby-Saal, derweil draußen auf den Monitoren Musikvideoclips auf den Höhepunkt des Abends einstimmten. 

Vielschichtiges Klang-Kaleidoskop

Von flachen Hierarchien bei Haión zeugt die Kraftwerk-artige Bühnenaufstellung der fünf eigenwilligen Elektroniker. Nichtsdestotrotz durfte Sarah Ego das musikalische Kaleidoskop mit ihrer glasklaren Stimme eröffnen, die im reizvollen Kontrast zum ungleich dunkleren Timbre von Jasmine Klewinghaus steht. Eine wiederum ganz andere Stimmlage und Klangfarbe brachte Benjamin Schulz mit „Broken Hearts“ ins Spiel. Und nach einem extensiven, sphärisch klirrenden E-Gitarren-Intro übernahm schließlich Björn Tillmann überraschend hochtönig die Lead-Stimme. Es ist diese ungeheure Variabilität, die das Schaffen von Haión auszeichnet. So wird das zunächst morgenländisch anmutende „Lema“ mit zutiefst abendländischen Elektro-Beats fusioniert, bevor „Xpectationz“ erst geradeaus laufen, dann aber verspielt gebrochen werden. Zu mal hämmernden, mal scheppernden, stets hypnotisch betörenden Dance-Beats werden gemeinsam mit dem Publikum „Diamonds“ und Hände durch die Luft gewirbelt. Und nach einem letzten vielschichtig mitreißenden und melodischen Elektropop-Trip ins „Paradise“ sorgt die mit alternierenden Stimmen vorgetragene Zugabe „Leave“ für einen bezaubernden Abschluss.


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