Zwischen Philosophie und Peniswitzen Komische Nacht sorgte für ausverkaufte Häuser

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Voll auf seine Kosten kam das Publikum bei der Komischen Nacht. Foto: Thomas OsterfeldVoll auf seine Kosten kam das Publikum bei der Komischen Nacht. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Acht Veranstaltungsorte öffneten am Dienstagabend ihre Türen für die Komische Nacht. Während die Gäste im Warmem jeweils fünf der acht Künstler erwarteten, mussten die durch den Regen, um die Bühnen zu wechseln.

Wer wegen eines bestimmten Comediens einen Veranstaltungsort gebucht hatte, konnte enttäuscht werden: Der Flyer mit der Reihenfolge der Gäste der einzelnen Bühnen stimmte nicht. Manch ein Besucher sah das entspannt: „Es ist mir egal, wer auftritt, ich freue mich einfach auf einen lustigen Abend“, sagt eine Frau in der Raucherpause vor dem Haus der Jugend. Hier schlappt kurz darauf Archie Clapp auf das Podest vor der Bühne. „Warum steht das hier und nicht oben?“, fragt er auf das Mikro deutend. „Weil's dichter dran ist“, vermuten ein paar Gäste im ausverkauften Saal.

Und ums „Dichter dran“ geht es schließlich bei der Comedy. Hier gibt es keinen, der sein Programm durchzieht, ohne auf die Kommentare des Publikums einzugehen. Archie Clapp machen die für den Bruchteil einer Sekunde sogar sprachlos. Wer das an seiner Seite sei, fragt er einen Mann in der ersten Reihe. „Meine Frau“, antwortet der. „Und der junge Mann neben dir?“ Die Antwort kommt prompt und unüberlegt: „Das ist der Sohn meiner Freundin.“ Das Publikum platzt vor Lachen und gibt Archie Clapp einen Moment, für eine passende Replik.

Berliner aus Bayern

Während Clapp auf der Spur des Alltags zwischen Pärchengerangel und Peniswitzen das Publikum kriegt, steigt Paul Weigl im Grünen Jäger philosophisch ein. Der Berliner aus Bayern persifliert die vorgebliche Freiheit des Einzelnen vor dem Drang, jede technische Errungenschaft sein eigen zu nennen, den schönsten Urlaub zu machen und immer mehr zu konsumieren. In dem ganzen Alltagswirbel zitiert er ein ums andere Mal das Lied „Freiheit“ von Marius Müller-Westernhagen, um mit der Zeile „Freiheit ist die einzige die fehlt“ den ersten Part seines Auftritts zu beenden.

Der zweite Teil ist nicht minder komisch, als er die Sprüche aufs Korn nimmt, die bei Manchem als Postkarte am Kühlschrank hängen – und dem Comedien Brechreiz verursachen. Beispiel: „Wenn dein Leben dich nervt, streu Glitzer drauf“. „Toll, dann nervt es und es glitzert“ kommentiert Paul Weigl den Spruch im ebenfalls ausverkauften Grünen Jäger.

Gut besucht

Gleich zu Beginn des Abends hat Osan Yaran seinen Auftritt in der Bar Celona. Auch hier sind alle Plätze besetzt, als der Berliner mit türkischen Wurzeln sich über das typisch Deutsche lustig macht. „Steht da ein Schild auf der Autobahn: ‚In vier Kilometern fehlt die Markierung.‘ Yaran zuckt die Schultern: „Warum machen sie nicht die Markierung hin, anstatt das Schild aufzustellen?“, fragt er das kichernde Publikum, bevor er sich mit dem Taxi aufmacht zur nächsten Bühne.


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