Einstimmiger Beschluss Osnabrücker Rat fordert mehr Geld vom Land fürs Theater

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Vertreter kommunaler Theater protestierten am 24. Oktober 2018 vor dem niedersächsischen Landtag in Hannover. Foto: Peter Steffen/dpaVertreter kommunaler Theater protestierten am 24. Oktober 2018 vor dem niedersächsischen Landtag in Hannover. Foto: Peter Steffen/dpa

Osnabrück. Die Stadt Osnabrück erhöht in der Diskussion um die Theaterfinanzierung den Druck auf die Landesregierung: Der Rat fordert geschlossen den Landtag auf, die kommunalen Theater stärker finanziell zu unterstützen.

Die Aussprache im Rat geriet am Dienstagabend zu einem flammendem Bekenntnis zum städtischen Theater als wichtige Kulturinstanz, Baustein der Friedensarbeit und Wirtschaftsfaktor. Redner aller Fraktionen forderten die Landespolitik auf, zu ihren Versprechungen zu stehen. "Wir lassen nicht locker, bis das Geld da ist", sagte Brigitte Neumann (CDU). 

"Der Rat begrüßt die Aktion #RetteDeinTheater der kommunalen Theater in Niedersachsen", heißt es in einem einstimmig gefassten Beschluss des Rates. Darüber hinaus fordert der Rat den Landtag "nachdrücklich" dazu auf, die Städtischen Bühnen "durch eine Erhöhung des Sockelbetrages im Landeshaushalt finanziell deutlich höher zu unterstützen". Die Aktion #RetteDeinTheater hatte in der vergangenen Woche zu einer Demonstration in Hannover aufgerufen, an der zahlreiche Kulturschaffende und Politiker aus Osnabrück teilnahmen.

Ungerecht

Das Land bezuschusst das Osnabrücker Theater jährlich mit 5,5 Millionen Euro. Die Stadt selbst überweist elf Millionen Euro. Der Landkreis zahlt 600.000 Euro, das entspricht drei Prozent der Gesamteinnahmen des Theaters. Die kommunalen Theater in Hildesheim, Göttingen, Lüneburg, Celle und Osnabrück beklagen eine deutliche Bevorzugung der Staatstheater in Hannover, Braunschweig und Oldenburg. Die sechs kommunalen Theater erhielten 2017 zusammen 23 Millionen Euro, die drei Staatstheater 96 Millionen Euro.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) erinnerte an das Rechtsgutachten, dass den betroffenen  Kommunen recht gegeben hat. Griesert zeigte sich zuversichtlich, dass das Land die "asymetrische und ungerechte Theaterfinanzierung" korrigiert.

Versprechen einhalten 

Der Kampf um eine gerechte Finanzausstattung der Theater werde schon lange geführt, sagte Sebastian Bracke (Grüne). Dass er jetzt neu auflebe, sei "besonders ärgerlich". Denn vor der Landtagswahl seien den Städten zusätzliche Mittel in Aussicht gestellt worden, jetzt aber aus dem Haushaltsentwurf der CDU/SPD-Landesregierung verschwunden. 

Fritz Brickwedde (CDU) berichtete von einem Treffen führender CDU-Politiker aus den sechs Theater-Städten in Hannover, zu dem er und Burkhard Jasper eingeladen hatten. "Wir sind eine starke Gruppe und erwarten von den Regierungsfraktionen, dass sie eine bedeutende Summe in den Haushalt einstellen", sagte Brickwedde." Die Summe, um die die Kommunen kämpfen, liegt nach Brickweddes Worten "irgendwo zwischen 800.000 und sechs Millionen Euro". Er äußerte sich optimistisch, dass das Land einlenken wird.

Mehr Druck 

Heiko Schlatermund (SPD) sagte, Appelle reichten nicht aus, es müsse mehr Druck ausgeübt werden - auf den Landtag und den Kreistag. Das Theater sei eine bedeutende Bildungseinrichtung, die sehr viel im Landkreis unterwegs sei und wichtige Kulturarbeit leiste. Der Beitrag des Kreises sei mit 600.000 Euro viel zu niedrig.  

Heidi Reichinnek (Linke) mahnte, die Mitarbeiter und Ensemblemitglieder angemessen zu entlohnen und nicht in prekäre, befristete Arbeitsverträge zu zwingen.  


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN