Gruseln und Lachen mit Lauch Osnabrücker Kleinkunsttrio mit großer Improkunst im Rosenhof

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Nur selten ratlos: Das Osnabrücker Kleinkunsttrio (von links) Hannes, Massimo und Lisa im Rosenhof. Foto: Elvira PartonNur selten ratlos: Das Osnabrücker Kleinkunsttrio (von links) Hannes, Massimo und Lisa im Rosenhof. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Raus aus dem Foyer, rein in den Saal: Das Osnabrücker Kleinkunsttrio zeigte seine Improcomedy-Show zum ersten Mal auf der großen Bühne des Rosenhofs.

Seit der erfolgreichen Premiere im Februar erfreuen sich die drei jungen Improvisationskünstler wachsender Beliebtheit. Aufgrund der hohen Nachfrage ist ihr aus lauter Erstaufführungen bestehendes Programm nun erstmals vom Foyer in den Saal des Rosenhofs verlegt worden. Lediglich auf der Bühne blieben zunächst noch drei Stühle frei. Denn die waren reserviert für Hannes, Lisa und Massimo, die laut Selbstankündigung „drei Charaktere aus dem Unterholz Osnabrücks“. 

Da ahnten sie noch nicht, dass sich an diesem Premierenabend vieles um jenes grüne Lauchgewächs drehen sollte, das ihnen aus der Handtasche einer Zuschauerin als Requisit zur Verfügung gestellt worden war. Zuvor wurde das Publikum erst einmal mit den Gepflogenheiten des Improtheaters vertraut gemacht – vom Zurufen thematischer Vorgaben über das Einzählen für fünf Sekunden Bedenkzeit bis hin zu eigenen Ritualen wie dem lautmalerischen Affentheater nach Bedarf. Pianist Julian Schwindt sorgte mal fröhlich, mal tieftönig spannungsreich für eine jeweils adäquate musikalische Untermalung der spontanen Spielszenen. 

Vom Dudelsack zu Atemlos

Der Lauch wurde unter anderem für die ausgiebige Darstellung unterschiedlicher Körperbehaarungen zweckentfremdet und die Stühle auch Katrin und Daniel aus dem Publikum angeboten, deren erster Kuss nachgespielt wurde, was wiederum von dem Paar auf seinen Wahrheitsgehalt hin überprüft wurde. Ziemlich auf den Dudelsack gingen Massimo seine beiden Mitspieler bei einer Szene, in der er einen Gegenstand erraten musste. Und dass Lauch passend zu Halloween auch für eine Horrorgeschichte gut ist, wenn man nur ein bisschen Blut dazu mengt, bewies das Kleinkunsttrio so findungsreich wie unerschrocken - mit zum Text passenden, gruseligen Geräuschen aus dem Publikum von Flashbacks aus dem Krieg bis hin zu Helene Fischers "Atemlos". 

Tod im Alando

Für Jan und Ronaldo als freiwillige Strippenzieher aus dem Publikum wurden die Herren mit den markanten grünen Fliegen zu Marionetten. Zusammen mit Lisa spielten sie dagegen wiederum höchst eigenwillig und lebendig nach Vorgaben aus dem Saal drei Leichen, die im örtlichen Club Alando gemeinsam zu Tode gekommen sind – in „Ballerinas mit Pfennigabsatz“, mit „Erste Hilfe-Visagisten-Stand“ und „Prinzenpass“-Ersatz. 

Ein wahrhaftiges Spiel mit Gefühlen wurde in kurze Szenen an ebenso zugerufenen, nicht geografischen Orten verpackt. Inhalte von Zetteln, die in der Pause von Besuchern ausgefüllt worden waren, wurden spontan einzubauen versucht. Dabei heraus kamen auch improvisierte Lieder und eine Geburt im Kreißsaal. Die hätte den Abend fast beendet, wenn da nicht noch eine Zugabe gewesen wäre. Natürlich in Form eines Songs über Lauch „für den Bauch“ – Lachmuskeln und Zwerchfell inbegriffen.


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