Fragen und Antworten zum 30. Oktober Von Schweinen und Geschenken: Wissenswertes zum Weltspartag

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Die Deutschen sind ein Volk der Sparer – daran erinnert auch diese Figur im Miniatur Wunderland in Hamburg. Foto: Marcus Brandt/dpaDie Deutschen sind ein Volk der Sparer – daran erinnert auch diese Figur im Miniatur Wunderland in Hamburg. Foto: Marcus Brandt/dpa

Osnabrück. Wissen Sie, warum wir unser Geld ausgerechnet in Sparschweinen sammeln? Hier gibt es die Antwort. Denn am 30. Oktober ist Weltspartag.

Am letzten Werktag im Oktober werden traditionell die Spardosen aus dem Regal geholt – denn es ist Weltspartag. Hier gibt es acht wissenswerte Dinge rund um das besondere Datum.


1. Was ist der Weltspartag überhaupt?

Ein fünfjähriger Junge steckt einen Zehn-Euro-Schein in sein Sparschwein. Foto: Jens Kalaene/dpa


Manch einer erinnert sich noch an die Weltspartage in der eigenen Kindheit. Zu dem Datum laden die Bankfilialen vor Ort ihre jüngsten Kunden ein, das Geld, das sie im Laufe des Jahres gesammelt haben, abzugeben und auf ein Konto einzuzahlen. Als Belohnung gibt es kleine Geschenke, außerdem sind die Banken oft geschmückt und die Mitarbeiter sind ganz auf die jungen Sparer eingestellt. 


2. Seit wann gibt es den Weltspartag?

Diese alte Spardose wurde im Jahr 2014 bei einem Wettbewerb der Sparkasse Melle eingereicht. Archivfoto: Gert Westdörp


Fast 100 Jahre alt ist der Weltspartag: Zum ersten Mal wurde er am 31. Oktober 1925 durchgeführt. Ein Jahr zuvor hatte das Weltinstitut der Sparkassen die Idee dazu. Bei einem Kongress in Mailand beschlossen die Mitglieder die Einführung des "World Thrift Day" mit dem Ziel, die Menschen zum Sparen zu erziehen. "Sparen ist eine Tugend und eine Praktik, die grundlegend ist für den gesellschaftlichen Fortschritt eines jeden Einzelnen, einer jeden Nation, und der gesamten Menschheit", hieß es damals. 


3. Warum wird im Schwein gespart?

Spardosen gibt es viele, aber besonders beliebt ist das Sparschwein. Foto: Patrick Pleul/dpa


Ganz sicher konnte diese Frage noch niemand beantworten. Klar ist: Sparschweine gab es schon im Mittelalter. Einer der ältesten Funde wurde bei Billeben in Thüringen gemacht und stammt aus dem 13. Jahrhundert. Hausschweine galten zu der Zeit in vielen Ländern als Zeichen für Fruchtbarkeit, Glück und Reichtum. Im englischen Sprachraum entstand zur selben Zeit der Begriff "piggy bank", also Schweinchen-Bank. Er stammt vom Mittelenglischen Wort "pygg", der Bezeichnung für eine Lehmart, aus der Haushaltstöpfe gefertigt wurden. Jeder Penny, der im Haushalt übrig war, wurde in solchen Lehmgefäßen, den "pygg jars", gesammelt. Später wurden sie in "pygg bank" umbenannt – und daraus entwickelte sich schließlich die "piggy bank" als Synonym für Haushaltstöpfe zum Münzensammeln in Schweinchenform.


4. Lohnt sich Sparen überhaupt noch?

Die Deutschen sparen noch immer ordentlich – in Gläsern, Schachteln, Sparschweinen. Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa


Die Politik der Europäischen Zentralbank macht es Sparern schwer: Seit Jahren bekommen sie kaum Zinsen und die Inflation droht die Reserven im Laufe der Zeit aufzufressen. Trotzdem lohnt es sich weiterhin zu sparen, sagt Sparkassenpräsident Helmut Schleweis im Interview mit unserer Redaktion: " Traditionell haben wir in Deutschland eine Sparquote von neun bis zehn Prozent. Das halte ich auch für volkswirtschaftlich gesund, denn Sparen ist Vorsorge. Ob es nun für das Alter ist, für die Ausbildung der Kinder oder um sich später Wünsche zu erfüllen." Offenbar kommt auch noch der ein oder andere Euro zusammen: Im Jahr 2017 lag die Höhe der Spareinlagen der privaten Haushalte in Deutschland bei 590,3 Milliarden Euro. 


5. Wie viel Bargeld haben die Deutschen?

Die Deutschen lieben ihr Bargeld – sie bezahlen damit lieber, als mit Kredit- oder Giro-Karten. Foto: Jens Büttner/dpa


Deutschland ist ein Bargeldland: Die Menschen schätzen es, ihre Einkäufe unabhängig von technischen Vorgängen erledigen zu können, das zeigen die Daten der Bundesbank. Demnach griffen die Deutschen 2017 bei 74 Prozent der Einkäufe auf Münzen und Scheine zurück. Nur in 18 Prozent der registrierten Zahlungen kam die Giro-Card zum Einsatz, der Anteil der Kreditkarte lag bei knapp fünf Prozent. Insbesondere größere Zahlungen werden demnach bargeldlos abgewickelt. Um kleinere Beträge zu zahlen haben die Deutschen durchschnittlich 107 Euro im Portmonee.  


6. Wohin mit dem ungeliebten Kleingeld?

Kupfergeld wird in vielen Portmonees zum Schwergewicht. Foto: Karlheinz-Schindler/dpa


Es ist schwer, es macht das Portmonee unnötig dick und zum Bezahlen wird es ohnehin selten genutzt: Das Kupfergeld ist nicht besonders beliebt. Auch viele Erwachsene wollen es loswerden, doch das ist gar nicht so einfach. Händler dürfen laut der EG-Verordnung über die Einführung des Euros eine Zahlung mit Kleingeld ablehnen, wenn sie mehr als 50 Münzen umfasst. Und selbst manche Banken nehmen inzwischen eine Gebühr, wenn die Kunden ihnen ihr Kupfergeld bringen. Der Grund: Sie sind verpflichtet, die Echtheit der Münzen zu prüfen, bevor sie den Betrag auf ein Konto einzahlen. In den Filialen der Deutschen Bundesbank können Privatpersonen ihr Münzgeld kostenlos eintauschen. Die Italiener müssen sich mit dem Problem übrigens nicht länger beschäftigen: Das Land prägt seit dem 1. Januar 2018 übrigens überhaupt keine Ein- und Zwei-Cent-Münzen mehr. 


7. Wie viele Kinder nehmen am Weltspartag teil?

Einmal im Jahr öffnen die Sparkassen die Spardosen der Kinder. Archivfoto: David Ebener


Der Weltspartag ist weiterhin beliebt: In den Filialen der Sparkasse Osnabrück wurden beim letzten Weltspartag insgesamt 12.721 Sparschweine geschlachtet – oder "Einzahlungen gemacht", wie Sprecher Wulf Padecken sagt. Denn natürlich bringen längst nicht alle Kinder ihr Geld in der Schweinchen-Büchse vorbei. "Manche sammeln auch einfach in Tüten", weiß Padecken. Mit der Zahl der Teilnehmer zeigte er sich zufrieden: Die sei in etwa so hoch gewesen wie in den Vorjahren auch. Bei der Volksbank Osnabrück gab es zum letzten Weltspartag zwischen 2.000 und 2.500 Einzahlungen, allerdings "inklusiver der Einzahlungen an unseren Automaten. Das können wir nicht ganz auseinanderhalten", sagte eine Sprecherin. 


8. Welche Geschenke gibt es in diesem Jahr für die kleinen Sparer?

Junge Sparer bekommen Ende Oktober bei der Bank kleine Geschenke. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa


Wer spart, soll belohnt werden. Diese inoffizielle Regel des Weltspartags gilt auch bei den Banken in der Region. Bei der Sparkasse Osnabrück bekommen junge Sparer am 30. Oktober für eine Einzahlung eine Keramiktasse mit Löwenmotiv, eine Eintrittskarte für den nächsten Zoo-Besuch oder ein USB-Ladekabel. Eröffnen sie gleichzeitig auch ein Konto oder schließen einen anderen Vertrag mit der Band ab, gibt es zusätzlich ein paar Musikboxen. Die Volksbank Osnabrück hält Geschenke für unterschiedliche Altersklassen vor: Während die jüngsten Sparer eine Handspielpuppe aus Plüsch bekommen, dürfen die älteren etwa zwischen Kreidestiften, Trinkflaschen und leuchtenden Silikon-Schnürsenkeln wählen.


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