Vorbereitung auf den Winter Die Blätter werden bunt im Botanischen Garten Osnabrück

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Der Herbst ist in Osnabrück angekommen und stellt die Mitarbeiter des Botanischen Gartens vor Herausforderungen, um die Pflanzen zu schützen. Nicolai Friesen, wissenschaftlicher Mitarbeiter, gab während der „Mittagspause im Garten“ Auskunft über die neusten Entwicklungen im Botanischen Garten. Foto: Michael GründelDer Herbst ist in Osnabrück angekommen und stellt die Mitarbeiter des Botanischen Gartens vor Herausforderungen, um die Pflanzen zu schützen. Nicolai Friesen, wissenschaftlicher Mitarbeiter, gab während der „Mittagspause im Garten“ Auskunft über die neusten Entwicklungen im Botanischen Garten. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Der Botanische Garten der Uni Osnabrück bereitet sich auf den Winter vor. Derzeit werden kälteempfindliche Pflanzen abgedeckt oder wurden bereits in die Gebäude verfrachtet. Bei einer „Mittagspause im Garten“ wurde nun unter anderem die Frage beantwortet, warum sich Blätter im Herbst eigentlich verfärben.

Zurzeit herrscht der sogenannte „Indian Summer“: Die Blätter verfärben sich in die buntesten Farben und es ist die beliebteste Zeit für einen Spaziergang in die Wälder – oder eben den Botanischen Garten. Dort erklärte der wissenschaftliche Mitarbeiter Nicolai Friesen, dass hinter dem schönen Schauspiel eigentlich eine Schutzreaktion der Pflanzen steckt: Stoffe, die im Winter nicht gebraucht werden, wandern in den Stamm und die Wurzeln, um im folgenden Jahr wiederverwertet zu werden. Das führt dazu, dass die Blätter ihre Farbe verlieren.

In jeder Saison findet im Botanischen Garten eine öffentliche Führung statt, bei der die aktuellen Entwicklungen des Gartens bekannt gegeben werden – dieses Mal in einem ungewohnt überschaubaren Kreis. Das regnerische Wetter hätte wohl nicht genug Leute zu einem Spaziergang eingeladen, vermutete Friesen.

Jetzt, da der Herbst vollends in Osnabrück angekommen ist, führt der Botanische Garten einige Schutzmaßnahmen durch, um die Pflanzen vor den kälter werdenden Temperaturen zu schützen. In den vergangen Tagen wurden bereits sämtliche Kübelpflanzen in die Gewächshäuser getragen. Alle anderen Pflanzen, die ansonsten Schaden nehmen würden, decken die Mitarbeiter stets vor dem ersten Frost mit Planen ab. Auch im Sommer hatte das Team Vorkehrungen treffen müssen, um die Pflanzen vor der ungewöhnlichen Trockenheit und der Hitze zu schützen. „Wir haben gar nicht aufgehört die Pflanzen zu gießen, deswegen haben wir glücklicherweise kaum Verluste gehabt“, sagte Friesen.

Ein besonderer Besuchermagnet sei in diesem Jahr der Bereich der Küchenpflanzen gewesen, wie Kartoffeln, Kohl, Tomaten und Mais. Außerdem wachsen dort Chilischoten in verschiedenen Formen und Farben. In diesem Bereich des Botanischen Gartens würden sich auch Hobbygärtner oft den einen oder anderen Trick zum Eigenanbau abgucken, erzählte Friesen. Der Experte stellte in Aussicht, dass der Garteneingang vermutlich noch in diesem Jahr umgebaut wird – Details der Planungen nannte er allerdings nicht.

Ob rund, länglich, rot, gelb, oder grün. Chilischoten wachsen in den verschiedensten Formen und Farben im Botanischen Garten. Sie wurden im Bereich der Küchenpflanzen gepflanzt, der viel besucht ist. Foto: Michael Gründel

Bei Führungen durch den Garten stellt Friesen übrigens gerne zur Belustigung den sogenannten „Beamtenbaum“ vor: „Die Blätter kommen zu spät und fallen zu früh ab. Ihre Früchte bleiben allerdings lange bestehen – das ist genauso wie bei Beamten“, spottete er.


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