Rückenwind aus Hessen für Landratswahl Kreis Osnabrück: Werden die Grünen dem Landrat gefährlich?

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Traumergebnis für die Grünen in Hessen: Mit 19,8 Prozent sind sie der große Wahlgewinner und setzen nach dem Rekordergebnis in Bayern ihre Erfolgsserie fort. Wie weit trägt der Rückenwind die Grünen im Landkreis? Foto: dpa/Christoph SchmidtTraumergebnis für die Grünen in Hessen: Mit 19,8 Prozent sind sie der große Wahlgewinner und setzen nach dem Rekordergebnis in Bayern ihre Erfolgsserie fort. Wie weit trägt der Rückenwind die Grünen im Landkreis? Foto: dpa/Christoph Schmidt

Osnabrück. Setzen die Grünen ihren Höhenflug nach den erfolgreichen Wahlen in Bayern und Hessen im Mai auch bei der Landratswahl im Landkreis Osnabrück fort? Hat der Tiefflug der SPD und der CDU bei den vergangenen Wahlen auch Folgen für unsere Region? Die Spitzen der Osnabrücker Kreisparteien beziehen Stellung, welche Konsequenzen sie erwarten.

„Das wirkt sehr motivierend“, kommentierte die Sprecherin des Kreisvorstands der Grünen, Elisabeth Middelschulte, die 19,8 Prozent der Stimmen, die die Öko-Partei bei der Landtagswahl in Hessen eingefahren hat. „Somit haben sich die Chancen für den Kandidaten der Grünen bei der Landratswahl noch einmal verbessert.“ Sie betont, dass die Grünen nicht mehr nur mit dem Kernthema Klimaschutz punkten, sondern auch stark durch ihren Einsatz für soziale Themen wahrgenommen würden und zunehmend auch Wähler aus dem bürgerlichen Lager begeistern könnten. Middelschulte geht dennoch nicht davon aus, dass der Landratskandidat der Grünen alleine eine realistische Chance gegen Amtsinhaber Michael Lübbersmann (CDU) hätte. Anders sähe es aber aus, wenn die Grünen sich zusammen mit anderen Parteien auf die Unterstützung eines gemeinsamen Kandidaten verständigen könnten: „Ich hätte Lust, ein breites Bündnis jenseits der CDU für einen gemeinsamen Kandidaten zu bilden.“ Bislang hätten die Grünen aber noch keine Gespräche mit Wählergemeinschaften und Parteien geführt. Middelschulte hofft, dass die Grünen sich bis Ende des Jahres auf einen Landratskandidaten festlegen können. Wichtig ist für sie, dass dieser auch für das bürgerliche Lager wählbar ist. Zudem fände sie es gut, wenn der Kandidat oder die Kandidatin Verwaltungserfahrung mitbringt. Weiterhin ist die Bersenbrückerin der Ansicht, „dass er oder sie nicht zwingend ein Mitglied der Grünen sein muss“.

SPD-Kreischef geschockt

SPD-Kreischef Werner Lager zeigte sich geschockt, dass die SPD in Hessen Stimmanteile im zweistelligen Bereich verlor und mit 19,8 Prozent nur noch gleichauf mit den Grünen ist. „Die Wahl wurde von bundespolitischen Themen überlagert.“ Die SPD habe bei der Versetzung des Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen und in der Diskussion um den Diesel-Skandal der Automobilindustrie „gravierende Fehler gemacht und sich in der Großen Koalition nicht eindeutig genug positioniert“. Die Bundespartei müsse diese Fehler jetzt erkennen und „Konsequenzen ziehen, sodass die SPD wieder wählbar ist“, fordert Lager. Allerdings sei es in einer Koalition, in der man nur Juniorpartner ist, schwer, sich zu verkaufen. Die SPD ist allerdings auch in der Großen Kooperation im Kreistag nur Juniorpartner, und auch auf Kreisebene wird ein klares Profil der Sozialdemokraten von vielen schmerzlich vermisst.

CDU: Keine Auswirkungen auf die Landratswahl

CDU-Kreisparteichef Christian Calderone begrüßt, dass Angela Merkel „richtige und nötige Schritte“ als Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden bei den vergangenen Wahlen zog und nicht erneut für den CDU-Vorsitz kandidieren will. Calderone glaubt aber nicht, dass die Unzufriedenheit mit der CDU auf Bundesebene sich bei der Landratswahl negativ auf das Ergebnis des CDU-Landratskandidaten auswirken könnte.


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