Feiertag in Niedersachsen Feiertag in Niedersachsen: Bielefeld und Münster wittern das große Geschäft

Von Ariane Mönikes und Wilfried Hinrichs

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Sie es so am Mittwoch in Bielefeld aus? Der Einzelhandel in den NRW-Grenzstädten hoffen auf viele Kunden aus Niedersachsen. Das Foto entstand an einem verkaufsoffenen Sonntag in der Bielefelder Bahnhofsstraße. Foto: Christian WeischeSie es so am Mittwoch in Bielefeld aus? Der Einzelhandel in den NRW-Grenzstädten hoffen auf viele Kunden aus Niedersachsen. Das Foto entstand an einem verkaufsoffenen Sonntag in der Bielefelder Bahnhofsstraße. Foto: Christian Weische 

Bielefeld/Münster. Schon was vor am freien Mittwoch? Etwa ausschlafen, frühstücken, einkaufen? Die Geschäftsleute in Münster und Bielefeld hoffen, das viele Osnabrücker genau so ihren Feiertag nutzen und bereiten sich auf einen Ansturm vor.

"Wir werden das mit Spannung beobachten", sagt Tobias Vierhoff aus Münster, Sprecher der Initiative starke Innenstadt (ISI). Zum ersten Mal erleben Münster und Bielefeld einen "Niedersachsentag", das Gegenstück zum traditionellen Osnabrücker Westfalentag am 1. November. Es gibt keine Erfahrungswerte – nur die Hoffnung, dass nun auch das westfälische Grenzland von der feiertäglichen Eigenbrötelei der Bundesländer profitiert. Der Münsteraner Handel schaue stets "mit einem weinenden Auge" auf den Ansturm auf die Osnabrücker Geschäfte, sagt Vierhoff. "Jetzt ist es hoffentlich umgekehrt auch so."

Das Osnabrücker Stadtmarketing schaltet zum Westfalentag in den Medien in Nordrhein-Westfalen eigens Anzeigen, um die Kunden an Allerheiligen in die Friedensstadt zu locken. Auf ähnliche Werbeaktionen und Eventaktionismus verzichten die Münsteraner. "Die Stadt soll in ihrer Normalität wirken", sagt Vierhoff.

Bielefeld rechnet mit starkem Wochenende

Auch die Kollegen in Bielefeld spekulieren darauf, dass der Niedersachsentag ihnen die Kassen füllt. Eigentlich war Ende Oktober wieder ein verkaufsoffener Sonntag, der "Mantel-Sonntag", geplant. Er wurde wegen der anhaltenden Rechtsunsicherheit aber abgesagt. Thomas Kunz, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Ostwestfalen-Lippe hofft, dass der Reformationstag diese Umsatzlücke füllt. Den "Mantel-Sonntag" hatten die Bielefelder schon vor Jahren extra auf das letzte Oktober-Wochenende gelegt, damit die Kunden das Geld in Bielefeld ausgeben und nicht an Allerheiligen nach Niedersachsen tragen.  

Henner Zimmat, Vorsitzender der Kaufmannschaft in der Bielefelder Altstadt, erinnert sich noch gut an die Zeit, als er als kleiner Steppke mit seinen Eltern regelmäßig an Allerheiligen von Bielefeld nach Osnabrück gefahren ist. „Das war immer was ganz Besonderes, weil es dort andere Geschäfte gab.“ Er hofft jetzt auf den gegenteiligen Effekt – und viele Osnabrücker, die nach Bielefeld kommen. „Da kann sich der Handel von seiner besten Seite zeigen.“ 

Tatsächlich könnte in den kommenden Tagen viel Geld in die Kassen der Einzelhändler gespült werden: Michael Latz, Manager im Einkaufszentrum „Loom“, rechnet mit einem starken Wochenende. „Wir profitieren ganz klar von Brückentagen.“ Viele Bielefelder nämlich haben am 2. und 3. November auch noch frei.„Das wird sicher voll werden in der Innenstadt.“

Der Bielefelder Feinkosthändler Olaf Klötzer könnte an beiden Tagen profitieren: Mitte Oktober hat er in der Osnabrücker L&T-Markthalle eine Filiale eröffnet – die hat an Allerheiligen natürlich geöffnet. Er rechnet mit vielen Bielefeldern, die vorbeikommen. „Ich habe schon mit Kollegen in Osnabrück gesprochen, die gehen von einem gewaltigen Ansturm aus NRW aus.“ Was einen Tag vorher in Bielefeld los sein wird, das müsse man abwarten. „Das ist eine ganz neue Konstellation.“ Bielefeld-Marketing-Chef Martin Knabenreich freut sich jedenfalls auf eine ganz spannende Woche. „Der Handel ist parat“, sagt er. Schon in dieser Woche sei viel los gewesen in der Stadt. Weil Ferien sind – aber dazu beigetragen habe sicherlich auch der Wetterumschwung, meint er. Der ein oder andere habe wohl gemerkt, dass er doch noch eine Winterjacke brauche. 



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