Ohne Panne ins Radio Die „NDR Intensiv-Station“ gastierte im Rosenhof

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Ein Fall für die Intensiv-Station: Kabarettist Moritz Neumeier. Foto: Swaantje HehmannEin Fall für die Intensiv-Station: Kabarettist Moritz Neumeier. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Der satirische Monatsrückblick, der von NDR Info einmal im Monat live aufgezeichnet wird, wurde mal wieder im Osnabrücker Rosenhof zelebriert.

Ein Koffer mit 10 Millionen Euro ist in Osnabrück verschwunden. Es ist das Bußgeld, das VW wegen des Dieselskandals an die Stadt zahlen musste. Doch der Sekretär des Stadtkämmerers steckte sich eine Million ein, ließ das restliche Geld verschwinden und setzte sich nach Curaçao ab. Jetzt ist Detektiv Harry Stahl am Neumarkt sowie im Osnabrücker Hafen auf der Suche nach dem Koffer mit dem Kies.

Die Geschichte ist natürlich Fiktion. Regelmäßig lässt sich das Intensivstation-Team des NDR solche Storys mit viel Lokalkolorit einfallen, um es als Live-Hörspiel darzubieten: mit gesprochenen Rollen, einer leibhaftigen Geräuschemacherin und Live-Musik. Diesmal passiert das unter dem begeisterten Applaus des Publikums mal wieder im Rosenhof. Vor zwei Jahren war das Satire-Team zum letzten Mal in Osnabrück - und hatte unter einigen Pannen zu leiden. So hatte beispielsweise Parodistin Antonia von Romatowski staubedingt elf Stunden gebraucht, um nach Osnabrück zu kommen, und traf natürlich viel zu spät ein. Daher mussten ihre Beiträge, eigentlich gleichmäßig auf das Programm verteilt geplant, damals en bloc am Ende serviert werden.

Diesmal geht alles gut. Moderator Axel Naumer ist bis zum Ende der Veranstaltung gut bei Stimme, das „Intensiv-Station Show-Orchester“ swingt jazzig drauflos und als Formaterfinder und Redakteur Stephan Fritzsche das Publikum am Montag, den 29. Oktober begrüßt, ruft auch niemand in den Saal: „Hey, heute ist doch Sonntag!“ Das „falsche“ Datum, das von der Bühne verkündet wird, ist der Tatsache geschuldet, dass die Show bereits am Vorabend der Sendung vom NDR aufgezeichnet wird.

Daher kann auch das Ergebnis der Hessenwahl noch nicht satirisch aufs Korn genommen werden. Romatowski bleibt in der Rolle von Kanzlerin Merkel allgemein: „Bis jetzt bin ich immer noch eine Volkspartei!“, sagt sie. Ministerpräsident Markus Söder wird derweil empfohlen, die Kreuze, die er in Bayern hat aufhängen lassen, umzutauschen. „Die haben ja wohl nicht funktioniert.“ Als Gast wurde Kabarettist Moritz Neumeier eingeladen, der versucht, Cum-Ex-Geschäfte für alle verständlich anhand einer Dose Bier zu erklären, für die drei Personen Pfand kassieren.

Die aktuelle Mischung aus Kabarett, Hörspiel, Parodie, Satire und moderierten, skurrilen Original-Tönen aus Funk und Fernsehen wird von dem zehnköpfigen Team souverän zelebriert, inklusive der „Tönenden Wochenschau“ und dem Auftritt von Oberpfleger Fritzschensen, der Verkehrsminister Scheuer auf der Intensivstation behandelt. „Er hat das Opel-Syndrom und sich das BMW-Virus eingefangen. Daher mussten wir ihn an die Flatulenz-Analyse anschließen!“ Alsdann teilt Romatowski als Ursula von der Leyen in einem Video-Podcast allen Meppenern mit: „Sie dürfen ihre Fenster wieder öffnen, das Moor brennt nicht mehr.“

Einen Extra-Applaus erntet Moderator Naumer gegen Ende der Schau, als er darauf hinweist, dass diese Intensiv-Station ja wohl die erste seit langer Zeit gewesen sei, in der Horst Seehofer nicht vorkommt. Manch einer dachte da wohl, dass es besser wäre, wenn das auch in Zukunft so bliebe…


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