In der Lagerhalle Osnabrück Gayle Tufts und „Die Feisten“: Mit Hirn, Charme und Melodien

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Osnabrück. Am Freitag beziehungsweise am Samstag sorgten „Die Feisten“ und Gayle Tufts im Saal der Lagerhalle für Lachtränen und witzige Einblicke in ihre Welten.

„Very Herbstabend heut“, ruft Gayle Tufts in ihrem charakteristischen Denglisch. Temperamentvoll, laut und witzig kommt die gebürtige US-Amerikanerin rüber, die es in ihrem Leben auf 17 Jahre Massachusetts, 13 Jahre New York City und 27 Jahre Berlin gebracht hat. Ihre deutsch-amerikanischen Erlebnisse hat die quirlige Entertainerin zu dem Buch „American Woman“ verarbeitet. Und „American Woman“ war auch Titel des Programms, mit dem Tufts am Samstag beim Osnabrücker Kabarett-Festival für Lachtränen sorgte.

In einem Mix aus Stand-up-Comedy und Lesung thematisierte sie zwischen Lesetisch und Mikrofon ihre Fassungslosigkeit über Trumps Wahlsieg im November 2016 ebenso wie die Bodenständigkeit ihres Lebensgefährten, genannt „der Bremer“. Weitere Einblicke in ihr Leben gab Tufts mit der Schilderung eines US-Besuchs, bei dem sie in eine der ersten Anti-Trump-Demos geriet, dem Prozedere ihrer Einbürgerung in Berlin oder ihrem TV-Einsatz in einer Volksmusik-Sendung, der sie zu einem Schlagersong inspirierte: „My Nacht mit Florian Silbereisen“.

Musikalischen Witz verströmte am Abend zuvor auf gleicher Bühne auch das Musiker-Duo „Die Feisten“ mit ihrem ausverkauften Programm „Junggesellenabschied“. Denn sobald Rainer Schacht und Mathias Zeh alias Rainer und C mit ihrer „Zwei-Mann-Song-Comedy“ loslegten, blieb bei den Fans kein Auge trocken. 2013 aus dem Göttinger Trio „Ganz Schön Feist“ hervorgegangen, pflegten Rainer und C mit Timple, Saz, Rahmen-Trommel, Western- und Bass-Gitarre weiter die Kunst musikalisch-ironischer Lebens- und Alltagsbewältigung.

Zum Repertoire gehörte die Erkenntnis „Enten haben keine Ohren“ ebenso wie die feisten Klassiker „Riverdance in der Lambadabar“ oder „Nussschüsselblues“. Wie sich eine musikalische Fusion mit den „Amigos“ anhören würde, offenbarte der Song „Flamingo Dolores“ über eine sexy Dorfwirtin mit langen rosa Strümpfen.

Ein Zusatztermin von „Junggesellenabschied“ findet am 12. Januar 2019 statt.


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