Körperbetont, malerisch, kritisch YUP-Kollektiv präsentierte internationale Performance-Kunst

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Gang zur Turnhalle: Romy Yedida. Foto: Thomas OsterfeldGang zur Turnhalle: Romy Yedida. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Zum zweiten Mal gewährte das „Young Urban Performances“-Kollektiv einen spannenden Einblick in die internationale Performanceszene.

Auf dem Platz vor dem Rathaus sitzen junge Leute auf einem großen Stück Tuch und nähen eine Botschaft auf, in der Kunsthalle werden Besucher von jungen Frauen mit Aluminiumrohren und finsterem Blick herumgeschubst und im Haus der Jugend versucht eine Frau, ihren kulturellen Wurzeln und ihrer Identität auf die Spur zu kommen.

Zum zweiten Mal wurde Osnabrück zum Schauplatz internationaler Performancekünstler. Young Urban Performances, kurz YUP, nennt sich die Initiative Osnabrücker Kunststudentinnen, die in diesem Jahr dank der Förderung durch den Verein Fokus und die Felicitas und Werner Egerland Stiftung nicht nur ihre eigenen, sondern auch Arbeiten zahlreicher internationaler Performancekünstler präsentieren konnten.

Das griechische Wort ασθένημα wählte Pia Tabea Visse unter dem Künstlernamen Joran*Yonis als Titel für ihre interaktive Performance in der Kunsthalle. Krankheit oder Schwäche bedeutet das Wort, dementsprechend wurden die Besucher mit Inhalationsgeräten konfrontiert sowie mit bedrohlichem, latent aggressivem Verhalten der Performer, die damit Macht demonstrierten und Ohnmacht spüren ließen. Dagegen geriet die Performance der mexikanisch-deutschen Künstlerin Desirée Hieronimus geradezu poetisch, die die Frage nach ihrer Herkunft mit der Performance „Nicht so richtig von hier, aber auch nicht richtig von da“ beantwortete.

Körperbetont, malerisch, kritisch, technisch-medial, provokant, musikalisch, politisch, existentialistisch und oft äußerst gefühlsgeladen gestalteten sich die 19 Arbeiten, die vom YUP-Kollektiv für das Festival auserkoren worden waren. Die Mischung aus Live-Performance, Video und Installation ermöglichte einen spektakulären Blick auf den Status Quo der internationalen Performanceszene. Workshops boten Interessenten am Sonntag darüber hinaus die Möglichkeit, hautnah in die Welt der Performance einzutauchen.


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