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Innenstadt wird immer teurer NOZ-Immobilienatlas 2018: So teuer sind Wohnungen in Osnabrück

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Osnabrück. Der Westerberg bleibt Osnabrücks teuerstes Pflaster. Allerdings zogen die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen mit einer Steigerung von einem Drittel zum Vorjahr nirgendwo so stark an wie in der Innenstadt. Der NOZ-Immobilienatlas zeigt die Entwicklungen in den Stadtteilen. Experten erläutern, warum die Preise so explodieren.

In der Stadt Osnabrück hat die Zahl der Kaufverträge zum Vorjahr lediglich um zwei Prozent zugenommen. Zeitgleich hat der Geldumsatz allerdings um 24 Prozent auf insgesamt 414 Millionen Euro zugelegt. Die Wohnungen werden bei in etwa gleichen Angebot schlichtweg teurer. Das geht aus der Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses für Grundstückswerte (GAG) hervor, die unsere Redaktion für den NOZ-Immobilienatlas für Wohnungen in der Stadt aufbereitet hat. Der GAG erfasst jeden Kaufvertrag, weil Notare gesetzlich dazu verpflichtet sind, alle Kaufverträge an den GAG zu übersenden.

Enorme City-Nachfrage

Während an Osnabrücks edelster Adresse, am Westerberg, die Preise mit im Schnitt 2264 Euro pro Quadratmeter für eine gebrauchte Wohnung fast konstant hoch geblieben sind, stiegen sie in der Innenstadt von 1470 Euro auf 1985 Euro pro Quadratmeter deutlich an. „Die größten Preisentwicklungen ergeben sich in den Stadtteilen, welche die größte Anzahl von neuen Eigentumswohnungen hervorbringen“, weiß der Leiter der Sparkassen-Immobilienabteilung, Markus Pörtner. „Darin ist auch der Anstieg der Preise in der Innenstadt begründet.“ Mit dem Verkauf einer Vielzahl von Neubauten wie etwa im „Neustadt-Carré“ in der Kommenderiestraße mit 84 neuen Wohnungen im Jahr 2016 hätten sich die Preise hier deutlich gesteigert. Die Leiterin der Osnabrücker Geschäftsstelle von „von Poll Immobilien“, Ilona Munsberg, erklärt die zunehmende Nachfrage des Osnabrücker Zentrums: „Immer mehr Menschen wollen in der Stadt leben und die Annehmlichkeiten des urbanen Wohnens nutzen und genießen.“

Der Leiter des Osnabrücker Maklerbüros von Engel und Völkers, Marc-André Lasarz, sieht den Grund für den auf hohem Niveau stagnierenden Preis am Westerberg darin, dass die Kaufinteressenten mittlerweile erkennen würden, dass sie „in anderen Stadtteilen mehr für ihr Geld bekommen“. Allerdings sind sich die Osnabrücker Immobilienexperten einig, dass der Westerberg durch die grüne Oase am Heger Holz sowie durch hochwertige gastronomische Angebote an der Lotter Straße weiterhin unbestritten die beste Wohnlage Osnabrücks bietet.

Weststadt nur auf Rang 5

Auffällig ist, dass die Weststadt, die im Immobilienatlas des vergangenen Jahres mit einem Wohnflächenpreis von 1750 Euro pro Quadratmeter zweitteuerster Stadtteil Osnabrücks war, aktuell mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 1636 Euro nur noch Rang 5 belegt. Immobilienexperten sind sich darin einig, dass Ursache für den im Vorjahr noch durchschnittlich höheren Kaupreis das Edelwohnquartier „Mitte West“ ist. Demnach sind in die Auswertung für den NOZ-Immobilienatlas 2017 viele Wohnungen eingeflossen, die rund um das ehemalige Busdepot verkauft wurden.

Drittteuerster Stadtteil Osnabrück ist in diesem Immobilienatlas Hellern mit einem durchschnittlichen Wohnflächenpreis von 1972 Euro (im Vorjahr 1673 Euro) pro Quadratmeter. Die hohe Nachfrage dort erklären Osnabrücker Immobilienmakler mit der Anbindung an die Innenstadt, der Nähe zu zahlreichen Naherholungsgebieten, der guten Infrastruktur sowie mit den verbesserten Einkaufsmöglichkeiten durch das neue Zentrum „Die Blankenburg“.

Neu ist auch die Entwicklung der billigsten Stadtteile Osnabrücks. Der Immobilienatlas zeigt, dass es mittlerweile keinen Stadtteil mehr gibt, in dem die Kaufpreise durchschnittlich unter 1000 Euro pro Quadratmeter liegen. Während eine Eigentumswohnung im Schinkel im Jahr 2012 mit durchschnittlich 580 Euro pro Quadratmeter geradezu ein Schnäppchen war, werden dort nun 1035 Euro pro Quadratmeter bezahlt. Im Vergleich zum Vorjahr zogen die Preise im Schnitt um 15 Prozent an. Ähnlich ist die Entwicklung in Haste, wo die Preise in einem Jahr um 23 Prozent von durchschnittlich 902 Euro auf 1111 Euro pro Quadratmeter kletterten. Auch Wohnungen in Voxtrup zogen von 1014 Euro im Schnitt auf 1250 Euro pro Quadratmeter an.

Ausweichen nach Haste

Der NOZ-Immobilienatlas zeigt die Kaufpreisentwicklung für gebrauchte Eigentumswohnungen. Grafik: NeueOZ/Matthias Michel / Quelle: GAG

Osnabrücker Immobilienexperten weisen darauf hin, dass viele Osnabrücker aufgrund der insgesamt steigenden Kaufpreise nicht nur auf Gemeinden im Osnabrücker Umland, sondern auch zunehmend auf solche bislang günstigere Stadtteile wie Schinkel, Haste und Voxtrup ausweichen – auch weil sich die Infrastruktur dort verbessert und zu mehr Wohnqualität beigetragen hat.


„Einen großen Anteil an der Preissteigerung wird sicherlich auch der Teilmarkt der Investmentobjekte haben, deren Faktoren sich in den letzten Jahren rasant nach oben entwickelt haben und sich derzeit auf einem Höchststand bewegen. C-Lagen geraten stärker in den Fokus und werden zu den neuen B-Lagen“, sagt der Leiter des Osnabrücker Maklerbüros von Dahler & Company, Sören Röttger.

Die Stadtteile Haste und Schinkel müssen sich nicht verstecken. Im Schinkel kommt es allerding ganz wesentlich auf die Lage an. Die Stadtteile sind bestens ausgestattet was den Öffentlichen Nahverkehr, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbäder etc. angeht. Wir können auch hier eine große Nachfrage bestätigen“, erklärt Marlies Janning von Datos Immobilien.

Die Preise insbesondere im Zentrum steigen stetig. Dadurch, dass Osnabrück eine grüne und absolut lebenswerte Stadt ist, zieht es immer mehr Personen vom Land zu uns. Dies liegt sicherlich unter anderem am großen Kulturprogramm, den Wochenmärkten und den vielen Einkaufs- und Verweilmöglichkeiten der Innenstadt“, analysiert Michael Klein von Klein Immobilien.

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