24-jähriger Student verurteilt 598 Gramm Marihuana im Auto – Bewährungsstrafe

Von Markus Strothmann

598 Gramm Marihuana hatte ein Student bei sich, als die Polizei Osnabrück ihn stoppte. Dafür erhielt er eine Bewährungsstrafe. Symbolfoto: colourbox.de598 Gramm Marihuana hatte ein Student bei sich, als die Polizei Osnabrück ihn stoppte. Dafür erhielt er eine Bewährungsstrafe. Symbolfoto: colourbox.de

Osnabrück. Bei einer Verkehrskontrolle erwischte die Polizei Osnabrück einen 24-jährigen Studenten mit 598 Gramm Marihuana. Das Amtsgericht erkannte einen minder schweren Fall und verurteilte den Mann zu 8 Monaten auf Bewährung.

Der Verteidiger des 24-jährigen erklärte knapp in dessen Auftrag: Ja, sein Mandant habe das Marihuana erworben, um es gewinnbringend zu verkaufen. Damit war das schon mal geklärt, auf die Zeugenaussagen der beteiligten Polizeibeamten verzichtete das Gericht. Blieb die Frage nach den Motiven des 24-jährigen, der kurz vor dem erfolgreichen Abschluss seines Studiums des öffentlichen Managements steht.  

Warum riskiert einer so leichtsinnig seine berufliche Laufbahn, oder: "Wie kommt jemand auf so eine bescheuerte Idee?", wie der Richter es geruhte auszudrücken. Der Verteidiger antwortete für seinen Mandanten: Er habe den Auszug aus der elterlichen Wohnung geplant und für die Einrichtung gespart, daher der Wunsch nach einem "finanziellen Polster".

Zu seinen Kontakten machte der 24-jährige keine Angaben. Allerdings deutet nach Ansicht des Gerichts auch nichts darauf hin, dass er eine längere Vergangenheit als Drogenhändler hat. Die Staatsanwältin forderte somit im Plädoyer eine einjährige Haftstrafe, zur Bewährung auszusetzen, dazu gemeinnützige Arbeit. Es handle sich um einen minder schweren Fall, da der Angeklagte geständig sei und es sich um eine "weiche Droge" handle, zudem sei die Menge nicht in den Verkehr gelangt: "Die Volksgesundheit wurde nicht beeinträchtigt."

Der Verteidiger folgte im Wesentlichen dem Antrag, verwies aber auf den Spielraum zu einer noch geringeren Strafzumessung. "Ich will hier nicht die große Leier aufmachen, ob Handel mit und Konsum von Cannabis überhaupt verboten sein sollte." Die politische Entwicklung gehe aber zunehmend in Richtung einer Legalisierung. Diesen Umstand müsse man strafmildernd berücksichtigen.

Das Gericht kam zu folgendem Urteil: Freiheitsstrafe von 8 Monate, auszusetzen zur Bewährung für 3 Jahre, plus 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit. "Sie haben sich in die falsche Spur bringen lassen. Die Folgen haben Sie jetzt zu tragen", so der Richter. Er verwies auch auf die möglicherweise empfindlichen Folgen der Verurteilung für die berufliche Laufbahn des 24-jährigen. "Mit dieser Vorstrafe werden Sie im öffentlichen Bereich Probleme haben. Das wird wahrscheinlich ein Ausschlusskriterium sein." 


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