Spieltriebe: Tanztheater (10) Mauro de Candia über „Morphings“

Tanztheaterchef und „Spieltriebe“-Regisseur Mauro de Candia. Foto: Uwe LewandowskiTanztheaterchef und „Spieltriebe“-Regisseur Mauro de Candia. Foto: Uwe Lewandowski

Osnabrück. Mauro de Candia ist Choreograf und Tanztheaterchef am Osnabrücker Theater. Das Thema des diesjährigen dreitägigen Festivals lautet „Total real“. Wir fragten de Candia, welcher Spielart von Realität er mit seiner Choreografie „Morphings“ nahe kommt. Und gehen kurz auf seine Biografie ein.

Mauro de Candia sagt über „Morphings“: „Ein Bild gleitet in ein anderes über, fließend, ohne Bruch, kaum wahrnehmbar. Morphings beschreibt den Prozess der Transformation und setzt sich mit der Metamorphose von Bewegungen und Bewegungsbildern, von Emotionen und Situationen auseinander. Wie vollzieht sich der Übergang von einem Zustand zum nächsten, von einer Bewegung zur anderen? Was verändert sich dabei optisch und in der Aussage? Und welchen Anteil haben Gedanken und Gefühle in dem Bewegungsprozess des Morphings? Realität und Wahrnehmung begeben sich auf den wechselseitigen Prüfstand“.

Mauro de Candia, Jahrgang 1981, begann im Alter von zehn Jahren zu tanzen. Die russische Tänzerin und legendäre Pädagogin Marika Besobrasova entdeckte ihn und ermöglichte ihm regelmäßige Sommerkurse in ihrer Schule in Monaco. Nach kurzen Stationen an der Ballettschule der Mailänder Scala und der Ballettschule Rudra Béjart in Lausanne erhielt er seine Ausbildung als Stipendiat des John Gilpin-Fonds der Prinzessin Antoinette an der Académie de Danse Classique Princesse Grace in Monaco. Im August 2001 wurde er von Ballettdirektor Stephan Thoss an das Ballett der Staatsoper Hannover engagiert. Während seiner Laufbahn als professioneller Tänzer hat Mauro de Candia Hauptrollen in Werken von Maurice Béjart, Jiri Kylián, Mats Ek, William Forsythe, Ohad Naharin und Marco Goecke getanzt. Wegweisend für de Candias künstlerische Entwicklung aber war Stephan Thoss, der speziell für ihn neue Werke und Partien kreiert hat. Er arbeitete bislang für das Royal Ballet of Flanders, das TanzTheater Braunschweig, die Staatsoper Hannover, das MaggioDanza in Florenz, das Milwaukee Ballet, das Staatsballett Berlin und dessen Ballettdirektor sowie Startänzer Vladimir Malakhov. Seit der Spielzeit 2012/13 leitet er die Dance Company vom Theater Osnabrück.


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